87 % der Wasserläufe in Flandern haben eine schlechte Wasserqualität

Die Umweltbehörde der Europäischen Union beurteilt den ökologischen Zustand von 87 % aller Wasserläufe im belgischen Bundesland Flandern als schlecht oder bescheinigt ihnen zumindest eine unzureichende Qualität. Einer der Gründe dafür ist, dass jeder achte Haushalt in Flandern nicht an das Abwassersystem angeschlossen ist. Das bedeutet in den meisten Fällen, dass viele private Abwässer ungeklärt in den einen oder anderen Wasserlauf abfließen.

Das flämische Kompetenzzentrum für Abwasserbehandlung, VLARIO, übt in diesem Zusammenhang Druck aus, denn die EU drängt auf eine Regelung dieses Problems: „Um die europäischen Zielsetzungen zu erreichen, muss das Abwasser von einer halben Million Flamen bis 2027 geklärt werden.“

Die EU-Rahmenrichtlinie für Wasser fordert, dass sich die flämischen Wasserläufe (Flüsse, Bäche, Kanäle) bis spätestens 2027 in einem „guten ökologischen“ Zustand befinden müssen, doch aktuell, so VLARIO, „entspricht kein einziger flämischer Fluss dieser Norm.“ 

Doch die Umsetzung der EU-Norm für Wasserqualität ist nicht umsonst zu haben. Die erforderlichen Kosten belaufen sich auf rund 4 Mia. €, von denen bisher lediglich 1,3 Mio. € Finanzierung gesichert sind.

Das bedeutet, dass die flämischen Landesbehörden noch Investitionsmittel von 2,7 Mia. € finden müssen. In diesem Zusammenhang fordert VLARIO von der flämischen Landesregierung u.a. einen entsprechenden Mehrjahresplan. 

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