Die Panama Papers bringen dem belgischen Fiskus bisher 16 Mio. € ein

Die belgischen Steuerbehörden haben seit der Veröffentlichung der Panama Papers bisher rund 16,15 Mio. € einfordern und einnehmen können. Dies melden mehrere belgische Medien am Mittwoch. Vor drei Jahren hatte ein internationaler Verbund von Ermittlungsjournalisten anhand von Millionen Dokumenten massive und weltweite Steuerhinterziehungen aufgedeckt. Unter den Steuersündern waren auch hunderte Belgier oder belgische Unternehmen.

Die Ermittlungsjournalisten hatten 2016 11,5 Millionen Dokumente des Anwaltsbüros Mossack Fonseca aus Panama durchkämmt und dabei Hinweise zu massiver Steuerhinterziehung weltweit entdeckt. Das Anwaltsbüro hatte Kunden in der ganzen Welt und verwaltete für diese Tarn- und Briefkastenfirmen, Stiftungen oder Trusts in Steuerparadiesen. In den Dokumenten tauchten auch 732 Belgier bzw. Ausländer mit belgischer Staatsangehörigkeit auf.

Hohe Strafen, hohe Zinsen

Von den Entdeckungen des internationalen Journalistenverbundes konnten auch die Steuerbehörden überall auf der Welt profitieren, denn sie erhielten Einblick in diese Papiere. Der belgische Fiskus konnte auf Basis der Panama Papers inzwischen rund 16,15 Mio. € einnehmen, die in Form von Bußgeldern, Steuernachzahlungen inkl. Zinsen (zw. 10 und 200 %), Strafzahlungen inkl. Zinsen usw. in die Staatskasse flossen (und fließen).

200 abgeschlossene Dossiers

Diese Zahlen stammen aus etwa 200 Dossiers der belgischen Steuerfahndung. Derzeit seien noch 64 laufende Verfahren aus den Panama Papers anhängig, so die Steuerbehörden dazu. Doch auch in anderen vergleichbaren Fällen konnte der belgische Fiskus Gelder in Millionenhöhe nachträglich bei Steuerhinterziehungen einnehmen: HSBC Genf-Leck (493 Mio. €), LGT-Bank Lichtenstein-Leck (101 Mio. €), LuxLeaks (22 Mio. €), Offshore Leaks (1,94 Mio. €) und UBS-Leaks (462.000 €). In Sachen Paradise Leaks konnte die belgische Steuerfahndung noch keine Forderungen stellen. 

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