Foto: Andreas Kockartz

Chloé Op de Beeck, eine flämische Künstlerin zeigt ein außergewöhnliches Projekt in Ostbelgien

Die flämische Künstlerin Chloé Op de Beeck arbeitete einige Wochen lang an der Umsetzung eines Projekts unter dem Namen „And Then We Take It From Here“, dass im Auftrag des IKOB in Eupen, das Internationale Museum für zeitgenössische Kunst in Ostbelgien, entstanden ist. Mithilfe von Videos und Fotos zeichnet die Künstlerin ein Bild von Eupen, der Hauptstadt der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, und deren Umgebung, das so mancher dort Ansässige wohl so selbst noch nicht entdeckt hat.

Die bewegenden und stillen Bilder von Chloé Op de Beeck mögen den Betrachter in Erstaunen versetzen, denn sie nehmen sich Zeit und Raum. Sie lassen viel Platz für eigene Reflektionen und sorgen dafür, dass das Auge, das inzwischen an schnelle Bilderfolgen gewöhnt ist, Zeit hat, zu betrachten, zu schauen. Was sie mit „And Then We Take It From Here“ zeigt, ist Alltägliches. Ganz normale Vorgänge, über die man sich eigentlich keine Gedanken mehr macht. Und gerade das will die junge und inzwischen international bekannte Künstlerin provozieren. Das sich Gedanken machen, das Runterkommen...

Man darf in Ruhe hinschauen und in sich selbst verharren, wenn man die scheinbar banalen Videos und Bilder von ihr betrachten. Man darf sich Zeit nehmen und dazu bietet Op de Beeck auch viel Raum. Im IKOB steht ihr viel Raum zur Verfügung, Raum, den sie im Wesentlichen leer lässt, abgesehen von einigen zufällig gefundenen und oftmals ebenfalls banal erscheinenden Gegenständen, die hier und da zu finden sind.

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Chloé Op de Beeck bei den letzten Vorbereitungen für „And Then We Take It From Here“/ Foto: Andreas Kockartz

Die Tatsache, dass Chloé Op de Beeck viel Zeit dafür aufgewandt hat, um nach Motiven und Begebenheiten für ihre Ausstellung in Eupen, der Hauptstadt der Deutschsprachigen Gemeinschaft zu suchen und diese auch fand, kann vielleicht dabei helfen, dass auch unbedarfte Bürger der Stadt einmal einen Blick in dieses international renommierte Museum für zeitgenössische Kunst IKOB werfen.

Chloé Op de Beeck stammt aus Duffel, einer kleinen Stadt zwischen Mechelen und Antwerpen, und studierte an der Kunstakademie und der Kunsthochschule in Gent sowie an der Universität Antwerpen, wo sie das Fach Film und visuelle Kultur belegte. Sie stellt inzwischen international in ganz Europa aus.

Wunderbare Videos, in denen ebenfalls das „ganz normale“ zu sehen ist, in denen Zeit und Raum eine wichtigere Rolle einnehmen, als (vielleicht überhaupt nicht vorhandene) Inhalte oder Szenarien, zeigt auch die eigene Internetseite von Chloé Op de Beeck. Fans der frühen Filme von Wim Wenders (als Filmemacher noch Zeit für Bilder und lange Kamereinstellungen hatten) sollten sich auf jeden Fall auf „And Then We Take It From Here“ einlassen. Schon die Aufmachung dieser Webseite lässt erkennen, welchen künstlerischen Weg Op de Beeck geht und worauf sich die Betrachter einlassen dürfen und sollen. 

Infos: IKOB, Museum für Zeitgenössische Kunst in Ostbelgien, Rotenberg, 4700 Eupen.

„And Then We Take It From Here“ von Chloé Op de Beeck, Vernissage: Sonntag, 7. April um 17 Uhr. Die Ausstellung läuft noch bis zum 16. Juni 2019.

Webseiten: www.ikob.be und www.chloeopdebeek.be

Foto: Andreas Kockartz

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