Foto: Andreas Kockartz

Die belgische Bahn will ihr Monopol auf den Reiseverkehr um 10 Jahre verlängert sehen

Die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB will von der belgischen Bundesregierung bzw. von der Europäischen Union eine Garantie dafür erhalten, dass ihre bezuschussten Dienstleistungen im Reisezugverkehr noch mindestens 10 Jahre lang ihr Monopol bleibt. 

Eigentlich wird der Reiseverkehr in Belgien ab 2023 liberalisiert, sprich wird dieser spezifische Markt ab diesem Zeitpunkt für die Konkurrenz aus dem In- und Ausland geöffnet. Die NMBS/SNCB allerdings scheint wenig Lust darauf zu haben, dass man ihr Konkurrenz auf dem eigenen Netz macht.

In einem Memorandum fordert die belgische Bahngesellschaft jetzt, dass sie ihr Monopol garantiert nach 2023 noch 10 Jahre lang beibehalten kann.

Gleichzeitig fordert die NMBS/SNCB eine Anpassung, bzw. eine Aktualisierung ihres Auftrags. Im Zuge dessen will die Deutlichkeit über die Finanzierung ihres Auftrags und sie fordert einen neuen 10 Jahresplan von Staat und Regierung.

Im Gegenzug verspricht die Bahn sich in Richtung eines modernen digitalen Unternehmens zu entwickeln, dass finanziell stabil ist und sich vertrauensvoll operativ um die Belange der Fahrgäste in ihrer Dienstleistung kümmert.

Kleiner Grenzverkehr?

Dieses Memorandum wirft einen Schatten auf den geplanten Dreiländerzug der niederländischen Deutsche Bahn-Tochter Arriva, der zwischen den Euregio Maas-Rhein-Hauptstädten Aachen, Maastricht und Lüttich fahren soll.

Während die dazu erforderlichen Züge in Belgien Testfahrten zu ihrer Zulassung absolvieren, ist dieser Zug seit etwa Jahresanfang erfolgreich zwischen Aachen und Maastricht unterwegs. Doch auf grünes Licht für den Anschluss an Belgien wird noch gewartet…

Der "Dreiländerzug" wartet in Aachen auf die Abfahrt nach Maastricht, Foto: Andreas Kockartz