Hirte treibt Schafe auf die Straße und fordert mehr Geld für den Schutz vor Wölfen

Ein Schafshirte hat am Freitag in Houthalen-Helchteren in der flämischen Provinz Limburg seine Herde auf eine Straße getrieben. Damit forderte der Hirte von der Landesregierung mehr Geld für seine Zunft zum Schutz vor den hier wieder heimischen Wölfen. Schon einige Male haben Schafe in Flandern, vor allem in Limburg, Schafe gerissen. Das Land entschädigt, aber das ist nicht genug, so die hiesigen Hirten.

Ja, sie sind wieder im Lande, die Wölfe. Einige aus östlicher Richtung, also aus Deutschland eingewanderte Wölfe haben sich in der grünen Naturlandschaft zwischen den flämischen Provinzen Limburg und Antwerpen niedergelassen und genießen hier ausdrücklich Schutz. Dass sie aber ab und zu mal Lust auf ein saftiges Stück Schafsfleisch haben, mag der Natur entsprechen, doch die Hirten haben da etwas gegen.

Sie werden zwar vom Land für entstandene Schäden entschädigt und es gibt auch Finanzspritzen für einen Schutz der Weiden, doch das reicht den Schafshirten hinten und vorne nicht. Sie protestieren bereits seit einigen Tagen und fordern deutlich mehr Unterstützung.

Dies tat der Limburger Hirte Johan Schoutenden (Foto) am Freitag mit einer besonderen Form des Protestes. Er trieb seine Schafsherde kurzerhand auf eine Landstraße in der Ortschaft Houthalen-Helchteren und blockierte damit den Verkehr.

Dabei forderte auch er mehr Schutz vor den Wölfen von Seiten der Landesregierung: „Ich finde, dass die Kosten um unsere Schafe zu schützen, zu 100 % zurückbezahlt werden sollen. Ich muss doch im Wettbewerb mit den Schafshirten aus dem Rest von Flandern, die keine Probleme mit Wölfen haben, bleiben können.“ 

„Ich muss doch im Wettbewerb mit den Schafshirten aus dem Rest von Flandern, die keine Probleme mit Wölfen haben, bleiben können.“

Schafshirte Johan Schoutenden

Erst am 25. März kündigte Landesumweltminister Koen Van den Heuvel (CD&V) an, dass sowohl professionelle Schafzüchter, als auch Hobbyhirten zu 80 % für entstehende Kosten zum Schutz ihrer Herden und ihrer Weiden entschädigt werden. Das Betrifft die Investitionen für den Bau von Zäunen mit Stromdraht rund um die Weiden und Wiesen, auf denen die Herden übernachten.

Hobbyhirten können sich dabei an die Landesnaturschutzagentur „Natur und Wald“ (Natuur en Bos) richten. Professionelle Hirten oder Landwirte, die Schafe im Nebenerwerb züchten, müssen diese Zuschüsse beim flämischen Landesamt für Landwirtschaft und Fischerei beantragen. Bauern erhalten allerdings nur 15 % ihrer Investierungen zurück, so die bisherige Regelung. Minister Van den Heuvel will in naher Zukunft die Summe der Entschädigungen bei allen Beteiligten gleichstellen, doch ob die damit zufrieden sein werden?

Hirte Schoutenden stieß jedenfalls auf Beifall mit seiner Aktion am Freitag. Weder die Anwohner, noch die betroffenen Autofahrer regten sich über die Schafe auf der Straße auf. Ganz im Gegenteil. Dem Hirten wurde viel Verständnis zuteil und die Medien wurden ganz schnell auf den Vorgang aufmerksam… 

Weitere Nachrichten