Belgische Polizei kontrollierte Fernbusse: Viele Fahrgäste führten Drogen mit sich

Bei umfassenden Kontrollen von Fernbussen von Low-Cost-Unternehmen in und um Antwerpen stellte die Polizei bei 41 von 171 überprüften Fahrgästen Drogen sicher. Daneben wurden drei Personen ohne Papiere festgenommen und drei weitere Personen, die auf internationalen Fahndungslisten standen. Nicht zuletzt waren auch nicht alle Reisebusse in Ordnung.

Die Polizei kontrollierte am Samstag zahlreiche Fernreisebusse, z.B. von den Billig-Unternehmen Eurolines, Flixbus oder Ecolines. Hubschrauber lokalisierten solche Busse auf den Autobahnen und mobile Einheiten begleiteten sie zu einem Standort der Polizei in Wilrijk, wo sie durchsucht wurden. An der Aktion nahmen 168 Polizisten der Bundes- und der Lokalpolizei, Mitarbeiter von Zoll und den Einwanderungsbehörden und von der Antwerpener Staatsanwaltschaft teil.

In Wilrijk vor der alten Gendarmerie-Kaserne (Foto oben) wurden alle angehaltenen Busse durchsucht, genauso wie das Gepäck der Reisenden und einige Fahrgäste selbst. Auch die Busfahrer mussten sich Kontrollen unterziehen. 171 Personen wurden durchsucht und ihre Ausweise wurden überprüft. Bei 41 Fahrgästen wurden Drogen gefunden oder zumindest Spuren von Drogen festgestellt. Dabei handelte es sich um Amphetamine, um MDMA und um Heroin.

Die Polizei will sich ein Bild von den Reisenden in diesen Fernbussen machen

Drei Personen hatten keine Papiere bei sich. Davon wurden zwei Männer festgenommen. Drei weitere Personen wurden auf internationalen Fahndungslisten geführt und ebenfalls in Polizeigewahrsam genommen. Bei drei Bussen lag keine Betriebsgenehmigung für den Personentransport vor. Bei zwei Fahrzeugen konnte dies nachgereicht werden. Der dritte Bus hingegen wurde aus dem Verkehr gezogen, weil dieser auch technisch nicht den Vorschriften entsprach.

Mit solchen Aktionen will sich die belgische Bundespolizei ein Bild von der Art der Fahrgäste in den europaweit fahrenden Billiglinienbussen machen, denn offenbar können Kriminelle damit weitgehend unbehelligt und unkontrolliert quer durch Europa fahren. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass dies sogar bei Terroristen der Fall sein kann - siehe Anis Amri, der LKW-Attentäter von Berliner Breitscheidplatz und Mehdi Nemmouche, der Attentäter von Jüdischen Museum in Brüssel.