Alberte Bettiol legte den Grundstein für seinen Sieg am Oude Kwarremont

Der Italiener Alberto Bettiol gewinnt die Flandernrundfahrt

Die 103. Flandernrundfahrt startete am Sonntagvormittag am Steen in Antwerpen. Dabei begaben sich die 175 Fahrer, die für dieses WorldTour-Rennen gemeldet waren, auf einen anstrengenden Kurz über 270,1 km in Richtung Oudenaarde in Ostflandern. Es galt, insgesamt 17 Anstiege zu überstehen und einige scharfe Kopfsteinpflaster-Passagen. Favoriten gingen genug an den Start, doch gewonnen hat der Außenseiter Alberte Bettiol.

Dazu gehörten Vorjahressieger Niki Terpstra und dessen niederländischer Kollege Mathieu Van der Poel, der am vergangenen Mittwoch „Quer durch Flandern“ eindrucksvoll gewinnen konnte. Doch Terpstra stürzte kurz vor dem Anlauf zur ersten Steigungsfahrt am Oude Kwaremont und musste aufgeben. Verletzt wurde er in ein Krankenhaus gebracht.

Der Belgier Wout van Aert, wie Van der Poel von Hause aus Radcrossfahrer, gehört ebenso zum Kreis der Favoriten, wie auch der Slowake Peter Sagan. Zu den Kandidaten auf einen Flandernrundfahrt-Sieg gehörten auch der Tscheche Zdenek Stybar (auch ein ex-Querfeldeinfahrer), der Luxemburger Bob Jungels, das belgische Lotto-Gespann Tiesj Benoot und Tim Wellens, sowie Olympia-Meister Greg Van Avermaet und der Norweger Alexander Kristoff. Und der ewige Alejandro Valverde wurde und wird auch immer genannt…

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BELGA

Lange führte ein Ausreißerquartett aus Houle, Asselman, Van Rooy und Touzé, doch die vier wurden knapp 100 km vor dem Ziel eingeholt. Danach begannen Anstiege und schwierige Passagen und das Feld ordnete sich neu. Es bildeten sich neue Ausreißergruppen und Verfolger und im Peloton trennte sich die Spreu vom Weizen.

Mit noch rund 60 km vor dem Ziel in Oudenaarde veränderte sich der Zustand des Rennens ständig. Einzelne Fahrer versuchten Solos, wurden aber ebenso eingeholt, wie Gruppen, die sich davon machen wollten. Aber bei der modernen Flandernrundfahrt sind zu frühe Attacken nicht unbedingt von Erfolg gekrönt. Das mussten auch jetzt wieder auch erfahrene Radprofis spüren. Bei der zweiten Fahrt über den Oude Kwarremont fuhr das belgische Duo Sepp Vanmarcke (EF-Education First) und Stijn Vandenbergh (AG2R) 11 Sekunden vor, wurde aber von dem Dänen Kasper Asgreen (De Ceuninck-Quick Step) eingeholt. Knapp 50 km vor Oudenaarde hatte das Trio 16 Sekunden herausgefahren und schnellte den Koppenberg als erste hinauf.

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Am Steenbeekdries veränderte sich die Lage und das Peloton der Verfolger rückte ab dem Taaienberg weiter auf. Langsam wurden die Karten neu gemischt. Im Finale gab es den dritten Anstieg über den Oude Kwarremont und auch der Paterberg musste noch einmal überstanden werden. Inzwischen leistete Asgreen der Niederländer Dylan Van Baarle (Sky) Gesellschaft und es schien, als ob sich hier zwei Fahrer gefunden haben. Doch am Kwarremont kam das Peloton der Verfolger mit zahlreichen Favoriten wieder näher heran und schluckten die beiden.

18 km vor dem Ziel, oben an diesem brutalen Berg war dann wieder alles anders. Der Italiener Alberto Bettiol (EF-Education First) konnte alleine davonfahren. Schnell hatte er 20 Sekunden Vorsprung. Oben am Taaienberg waren das noch 16 Sekunden und der Italiener konnte auf eine halbe Minute steigern. Hinter ihm folgte Angriff nach Angriff, doch zunächst sollte nichts gelingen. Die Verfolger arbeiteten nicht zusammen. Sie mussten sich mit dem Sprint um die beiden bleibenden Podiumsplätze zufriedengeben, doch der Däne Kasper Asgreen (De Ceuninck-Quick Step) haute noch ab und wurde Zweiter. Der Norweger Alexander Kristoff (UAE Team Emirates) gewann dann noch den Sprint um Platz 3. Der 25 Jahre alte Bettiol aber gewann alleine nach seinem Angriff am Oude Kwarremont. Danach sagte er: „Ich habe die Augen  geschlossen und bin gefahren…“

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Die Flandernrundfahrt der Frauen

Die Flandernrundfahrt der Frauen hat übrigens die Italienerin Marta Bastianelli (Foto unten), die amtierende Europameisterin, im Sprint gegen die Niederländerin Annemiek van Vleuten und der Dänin Cecile Uttrip Ludwig gewonnen. In der Top 10 war keine belgische Fahrerin zu finden, wohl aber insgesamt 5 Niederländerinnen und auf Rang 8 die Deutsche Lisa Brennauer.