Milchbauern aus EU und Westafrika protestierten in Brüssel gegen die Überproduktion

Westafrikanische und europäische Milchbauern haben am Mittwoch auf dem Schumanplatz im Brüsseler EU-Viertel gegen die Überproduktion von Milch in der Europäischen Union und den desaströsen Folgen davon für Landwirtschaft und Viehzucht in Afrika demonstriert. In einer gemeinsamen Erklärung fordern sie eine nachhaltigere Milchproduktion in unseren Breitengraden, um den Dumpingpreisen in Afrika und Europa entgegenzutreten. 

Die Überproduktion von Milch in der EU bedroht die westafrikanischen Milchbauern in ihrer Existenz, denn die hier überzählige Milch wird mit Palmöl versetzt zu Milchpulver verarbeitet und auf den afrikanischen Kontinent exportiert. Diese Milch ist nicht nur von schlechter Qualität, sie wird auch noch zu Preisen, die bis zu 30 % unter den Preisen der westafrikanischen Frischmilch angeboten. Zudem stieg der Export von europäischen mit Fettstoffen angereichertem Milchpulver aus der EU seit 2016 um 24 %.

Durch diese Überproduktion müssen sowohl die europäischen, als auch die westafrikanischen Milchbauern ihre Erzeugnisse zu sehr niedrigen Preisen auf den Markt bringen und diese Situation ist auf Dauer, so die betroffenen Landwirte aus beiden Kontinenten, nicht mehr lange zu ertragen.

Der ostbelgische Landwirt Erwin Schöpges von der European Milk Board (EMB) will, dass die EU rasch auf die Forderungen der Demonstranten eingeht: „Als Milchproduzent will ich, dass wir einen ehrlichen Preis erhalten, damit wir nicht mehr von Bezahlungen, die indirekt für den Export in die Dritte Welt verantwortlich sind, abhängen.“

Zu dieser Demonstration kamen Milchbauern aus Mauretanien, Tschad, Mali, Senegal, Niger und Burkina Faso nach Brüssel, wo sie gemeinsam mit europäischen Kollegen von der EMB, darunter auch viele Belgier aus allen Landesteilen, gegen die Überproduktion von Milch protestierten. Die Landwirte wurden auch von Drittwelt-Verbänden, wie Oxfam, unterstützt.