Neues aus der wunderbaren Wildnis in Brüssel und Umgebung

Für den einen ist die belgische Hauptstadt Brüssel ein riesiger Moloch mit zu vielen Menschen, schlechter Luft und allem, was man einer Metropole so vorwerfen kann. Für den anderen aber ist Brüssel ein Naturparadies sondergleichen. Und dies nicht nur wegen der vielen Grünflächen überall, sondern auch wegen seiner reichhaltigen Tierwelt…

Im Brüsseler Stadtteil Ukkel hat das Wanderfalken-Pärchen im Turm der Sint-Jobskirche Nachwuchs bekommen. Vier kleine Wanderfalken sind dort geschlüpft (siehe Foto unten). Doch die Wanderfalken, die lange Zeit aus unseren Breitengraden verschwunden waren, haben in Brüssel und Umgebung ihr Paradies entdeckt.

Seit 2004 brüten hier regelmäßig Wanderfalken in den Türmen der hiesigen Gottes- oder Rathäuser. Derzeit wird auch gespannt auf den Rathausturm in Sint-Pieters-Woluwe geschaut, in dem ebenfalls vier Eier von Wanderfalken auf das Ausschlüpfen warten.

In der Brüsseler Kathedrale, in der seit Jahren Wanderfalken wohnen, passiert derzeit nichts. Das Falkenweibchen wurde zuletzt verletzt aufgefunden und wird derzeit in einem Auffangzentrum wieder aufgepäppelt.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Foto Valken voor iedereen

Baummarder im Zonienwald

Im Brüsseler Zonienwald ist im März ein hier sehr seltener Baummarder aufgetaucht und fotografiert worden. In Belgien gelten Baummarder eigentlich aus vom Aussterben bedroht. Die flämische Landesagentur für Natur und Wald gab dazu an, man habe zuletzt vor rund zwei Jahren einen toten Baummarder gefunden und seitdem keines dieser Tiere mehr hier gesehen. Dass jetzt wieder ein lebender Baummarder gesichtet werden konnte, freut die Brüsseler und flämischen Naturschützer außerordentlich. Sie setzen jetzt Kameras ein, um weitere Bilder von dem Tier machen zu können. Natur und Wald ist auch auf der Suche nach im Zonienwald gemeldeten Dachsen.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Der Zonienwald im Osten Brüssels hat eine Fläche von 4.400 Hektar und wird jedes Jahr von mehreren Millionen Menschen besucht. Zudem ist dieser Wald ein bezauberndes Stück Natur am Rande von Brüssel, das allerdings von stark befahrenen Verkehrsachsen durchquert wird. Der Zonienwald ist das einzige Naturschutzgebiet in Belgien, das das Territorium von drei belgischen Regionen berührt: Flandern (Prov. Flämisch-Brabant), Wallonien (Wallonisch-Brabant) und die Region Brüssel-Hauptstadt.

Im Zonienwald leben vor allem Rotwild, Wildschweine, Füchse und Schottische Hochlandrinder. Diese überleben das ganze Jahr eigenständig und zwar in einer etwas abgegrenzten Wald- und Wiesenlandschaft in der Nähe des Waldmuseums von Groenendael.

Die Wild- und Waldhüter des Zonienwaldes hoffen, bald auch den Waldmarder wieder hier heimisch machen zu können. Dies wäre ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung einer gesunden Renaturierung dieses Waldes, der von flämischer Seite her von der Landesagentur für Natur und Wald, Abteilung Hoeilaart, verwaltet wird. Dass der Baummarder hier wieder auftaucht, ist denn auch etwas ganz besonderes in der Hinsicht von Renaturierung.