2018 musste Belgien enorme Mengen an (teurem) Strom importieren

Im vergangenen Jahr hat Belgien eine Rekordmenge an Elektrizität importieren müssen. Die die beiden belgischen Wirtschaftszeitungen De Tijd und L'Echo melden in ihren Donnerstagsausgaben, dass unser Land 2018 doppelt so viel Strom aus dem Ausland ins eigene Netz eingespeist hat, wie im Jahr davor. Die Blätter berufen sich dabei auf Zahlen der Nationalbank (BNB).  

Demnach soll Belgien 2018 Strom im Wert von 1,15 Mia. € nach importiert haben. Selbst, wenn die Einnahmen aus Lieferungen aus Belgien ans Ausland verrechnet werden, bleiben 938 Mio. € auf der Ausgabenseite stehen. Dieser Wert ist so hoch wie nie zuvor, so De Tijd und L’Echo.

Im Durchschnitt war letztes Jahr Importstrom rund 12 % teurer als der exportierte Elektrizität. Letztes Jahr deckte Belgien ein Fünftel seines Strombedarfs mit Importen ab. 2017 lag auch dieser Wert deutlich niedriger, denn damals wurden nur rund 8 % des Strombedarfs eingeführt.

Diese Vorgänge haben ihre Gründe. Zum einen ist da ein marktwirtschaftlicher Grund, denn nicht selten ist Elektrizität auf den internationalen Energiemärkten im Ausland günstiger, als selbst produzierter Strom.

Zum anderen waren 2018 gleich mehrere Kernreaktoren in den beiden Atomkraftwerken von Doel bei Antwerpen und Tihange bei Lüttich abgeschaltet - teils durch Schäden, teils durch Routineuntersuchungen und Unterhaltsarbeiten.

Als ungünstig erwies sich in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass ausgerechnet im Herbst zeitweise fast alle Meiler angeschaltet waren. Dies kam zu einer Zeit, in der Strom z.B. in den Nachbarländern Frankreich und Deutschland - Hauptlieferanten für Belgien - besonders teuer war, weil dort ebenfalls kaum Reserven oder günstige Überschüsse vorhanden waren.