BELGA/VERGULT

OECD-Studie: Der Mittelstand in Belgien wird zu hoch belastet

Der Mittelstand trägt den Hauptteil der Steuereinnahmen in Belgien. Dies ist aus einem aktuellen Bericht der OECD, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, ersichtlich. Demnach steht der Mittelstand in unserem Land für rund drei Viertel aller Steuern und Abgaben gerade, wie die flämische Tageszeitung De Standaard dazu meldet. 

Der jetzt vorgestellte OECD-Bericht "Under Pressure: The Squeezed Middle Class" zeigt, dass der Mittelstand, sowohl entsprechend verdienende Haushalte, als auch die mittelständischen Betriebe, die Haupteinnahmequelle ihrer Staaten sind. Doch inzwischen, so der Bericht, hat es dieser Mittelstand überall immer schwerer, seinen Lebensstil halten zu können, was ganz nebenbei auch an den stetig steigenden Kosten für Immobilien oder Mieten liegt sowie für die Schulbildung der Kinder.

Der Mittelstand wird überall kleiner

Inzwischen, so die Studie, scheint dieser Mittelstand auch zu schrumpfen, denn den jüngeren Generationen fällt es heute immer schwerer, diesen sozialen Standard zu erreichen. Schlussfolgernd sagt der OECD-Bericht ganz klar, dass die Regierungen der betroffenen Länder viel mehr unternehmen müsse, um den eigenen Mittelstand am Leben zu halten.

Was bedeutet das konkret für Belgien?

Spezifisch für Belgien ist, dass der Mittelstand hier für 76 % der Steuereinahmen unseres Landes gerade steht. Das liegt auch daran, dass Belgien (noch) einen recht großen Mittelstand hat. Doch auch hier wird der Mittelstand an sich kleiner. Es gilt allerdings zu beachten, dass die vorliegenden Zahlen aus dem Jahr 2015 stammen. Zu diesem Zeitpunkt war die sogenannte „Tax Shift“ der Regierung Michel noch nicht umgesetzt. Diese „Tax Shift“ sorgt dafür, dass sich die Abgabenlast auf Arbeit in Richtung stärkerer Besteuerung des Verbrauchs und der Einnahmen aus Vermögen verschiebt.