Der Sitz der EMR in Eupen in der DG/Foto: Andreas Kockartz

Strukturreform am 1. April 2019: Neues zur Euregio Maas-Rhein

Die 1976 gegründete EMR (Euregio Maas-Rhein) ist eine der ältesten Euregios in der Europäischen Union. Die 5 Partnerregionen arbeiten grenzüberschreitend zusammen, um die Lebensqualität ihrer Bewohner zu verbessern. Am 1. April 2019 hat die EMR eine Strukturreform durchlaufen, die ihr Funktionieren verbessern soll. 

Was ist die Euregio Maas-Rhein?

Das Alleinstellungsmerkmal der Euregio Maas-Rhein (EMR) zeigt sich an ihrem kulturellen, landschaftlichen und sprachlichen Reichtum mit fünf Regionen und drei Sprachen in drei Ländern. Sie besteht aus den Provinzen Lüttich und Limburg sowie der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien, der Region Aachen mit den Landkreisen Düren, Euskirchen und Heinsberg in Deutschland und dem südlichen Teil der Provinz Limburg in den Niederlanden. Die EMR setzt sich aktiv für die Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit ein. Eine symbolträchtige Figur der euregionalen Geschichte ist Kaiser Karl der Große, der als erster „Wiedervereiniger“ Europas gilt und der Ende des 8. Jahrhunderts bevorzugt in Aachen residierte.

Die Stiftung EMR ist sowohl Gesprächspartner als auch Vermittler und Anlaufstelle für Informationen. Sie initiiert Projekte und bringt die für ihre Durchführung geeigneten Akteure der EMR zusammen. Hauptziel ist es, Partner-Netzwerke zu schaffen, um innovative Projekte für Bürger, Schulen, Unternehmen, Organisationen, Gemeinden und Städte in den Grenzgebieten zu entwickeln.

In den letzten Jahrzehnten wurden innerhalb der EMR zahlreiche Projekte mit Unterstützung des INTERREG-Programms entwickelt. Das Programm wird durch die Europäische Kommission finanziert und durch die Mitglieder verwaltet. Es fördert die Zusammenarbeit zwischen den Grenzregionen in Europa und die Entwicklung gemeinsamer Lösungen. Allerdings können nationale Grenzen auch heute noch praktische, rechtliche und administrative Hindernisse für die sozioökonomische Entwicklung unserer Region darstellen. Daher setzt die EMR weiterhin Strategien um, die die grenzüberschreitende Zusammenarbeit stärken und einen gemeinsamen Beitrag zu einem nachhaltigen, durchdachten und integrierten Wachstum leisten.

Neue Struktur

Am 1. April 2019 hat die „Stichting EMR“ eine Strukturreform durchlaufen. Sie wird zu einem EVTZ, einem Europäischen Verbund für territoriale Zusammenarbeit. Ein EVTZ ist eine speziell für grenzüberschreitende Regionen konzipierte Rechtsform. Der Europäische Verbund für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) ist ein Instrument der Europäischen Union, das die Zusammenarbeit auf gemeinschaftlicher Ebene fördern soll. Es wurde am 5. Juli 2006 auf Grundlage der EU-Verordnung 1082/2006 eingerichtet.

„Der EVTZ hat zum Ziel, die grenzüberschreitende, transnationale und interregionale Zusammenarbeit seiner Mitglieder zu erleichtern und zu fördern. Er setzt sich aus Mitgliedstaaten, regionalen und lokalen Gebietskörperschaften und/oder Einrichtungen des öffentlichen Rechts (auf fakultativer Basis) zusammen.“, sagt das Portal der Europäischen Union dazu.

Die EMR kann damit besser auf neue Herausforderungen eingehen, da diese neue Rechtsform es ihr ermöglicht, sich als starker Partner für lokale und untergeordnete Verwaltungsebenen zu positionieren. Durch die Reform wird die grenzüberschreitende Zusammenarbeit effektiver und bestehende Strukturen werden nachhaltig miteinander verbunden.

Mitglieder dieser EVTZ sind:

der Süden der Provinz Limburg (Niederlande), die Provinz Limburg (Belgien), die Provinz Lüttich (Belgien), der Zweckverband Region Aachen (Deutschland), die Deutschsprachige Gemeinschaft (Belgien).

Die „Stichting“ hat ihren Sitz im Regierungsgebäude der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Eupen in der Gospertstraße (Foto oben). Höchstes Entscheidungsgremium der Euregio Maas-Rhein ist der Vorstand, dessen unmittelbarer Verantwortung das Büro der Euregio Maas-Rhein untersteht. Die Rechtsform der „Stichting“ ist vergleichbar mit einem „eingetragenen Verein (e.V.)“ in Deutschland oder einer „association sans but lucratif (asbl)“, Vereinigung ohne Gewinnerzielungsabsicht“ (V.o.G.) bzw. einer „vereniging zonder winstoogmerk (vzw)“ in Belgien.

Quellen: Stichting EMR, Portal der Europäischen Union, „Lüttich, unsere Provinz“

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