Asthma bei Kindern oft von Luftverschmutzung durch Autoabgase verursacht

Etwa ein Viertel der Kinder in Belgien, die an Asthma leiden, erkrankten durch Schadstoffe aus dem Straßenverkehr. Im weltweiten Durchschnitt steht unser Land hier auf dem 9. Rang, gehört also zu den schlechtesten Schülern in diesem Bereich. Eine entsprechende Studie wurde gerade von der britischen Fachzeitschrift für Medizin „The Lancet“ veröffentlicht. 

Forscher der George Washington Universität in den USA haben die Zahl der Asthmatiker im Kindes- und Jugendalter in 194 Ländern weltweit mit der Konzentration von Stickstoffdioxid (N02) in jeweils ihrem Land verglichen. Danach versuchten sie herauszufinden, wie viele dieser Erkrankungen auf den Einfluss des Schadstoffausstoßes im Straßenverkehr zurückzuführen sein könnten.

Dabei fanden die Wissenschaftler heraus, dass dies in Belgien bei einem Viertel der betroffenen Kinder und Jugendlichen der Fall ist. Weltweit kommen alleine durch Autoabgase offenbar jeden Tag bis zu 11.000 neue Asthmaerkrankungen hinzu.

Hotspot für Luftverschmutzung“

Nur acht Länder schneiden schlechter ab als Belgien. Dazu gehören Südkorea, Kuwait und Katar, sowie das Nachbarland, die Niederlande, wo die entsprechenden Werte ähnlich denen von Belgien sind. Tim Nawrot von der Universität Hasselt (Limburg) sagte gegenüber VRT NWS dazu, dass dies kein Zufall ist:

„Wir leben in Belgien in einem Hotspot für Luftverschmutzung und das hat natürlich mit der Bevölkerungsdichte, mit der Industrie und hauptsächlich mit den Abgasen aus dem Verkehr zu tun.“ Man wisse auch aus eigenen Modellen zur Messung der Luftverschmutzung, so Nawtot, dass das Risiko, an Asthma durch die ständige Bloßstellung an Schadstoffen zu erkranken, hier sehr hoch ist. 

Historisch ein Dieselland“ 

Frans Fierens, der Direktor der Überregionalen Umweltbehörde in Belgien, ergänzt die Aussagen des Hasselter Wissenschaftlers in der flämischen Tageszeitung De Morgen: „Das Gebiet oberhalb der Flüsse Sambra und Maas ist gemeinsam mit der Randstad in den Niederlanden ein Hotspot für NO2-Verschmutzung. Das kommt sowohl durch die Bevölkerungsdichte, als auch deshalb, weil Belgien historisch gesehen ein Dieselland ist.“