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De Lijn-Busfahrer wollen wieder den Bahnhof Brüssel-Nord bestreiken

Die Gewerkschaften bei der flämischen Nahverkehrsgesellschaft De Lijn haben eine Streikankündigung hinterlegt, in der sie einmal mehr fordern, dass der Zustand am Bushof unter dem Nordbahnhof in Brüssel verändert werden müsse. Durch die große Zahl an Flüchtlingen, die sich in und um diesen Bahnhof aufhalten, lasse sowohl die Sicherheit, als auch die Sauberkeit vor Ort immer mehr zu wünschen übrig. Im Klartext: Die Busfahrer wollen diesen Bahnhof nicht mehr länger anfahren. Dahingehende Proteste sind nicht selten aber es ändert sich dort offenbar nicht viel. Am Freitag mischte sich Flanderns Mobilitätsminister Ben Weyts (N-VA) in die Diskussion ein. 

Noch am Donnerstag saßen die Gewerkschaften mit der Direktion bei De Lijn an einem Tisch, um einige Probleme zu besprechen. Doch offenbar konnte man sich beim Thema Sicherheit und Hygiene am Brüsseler Nordbahnhof nicht einigen. Laut der regionalen Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ hatten die Gewerkschaften der Busfahrer die Sitzung abgebrochen und verlassen. Nicht viel später reichten sie eine Streikankündigung ein.

Die Gewerkschaften haben die Probleme am Brüsseler Nordbahnhof schon öfter angesprochen, auch mit spontanen Arbeitsniederlegungen. Doch an der Situation hat sich seitdem wohl nichts geändert. Dort halten sich ständig viele sogenannte Transitmigranten auf, zumeist illegal im Land befindliche Flüchtlinge, die von dort aus einen Weg nach Großbritannien finden wollen. 

De Lijn ist nicht alleine verantwortlich 

Der Bahnhof ist für eine so große Zahl an Menschen, die sich dort permanent aufhalten, nicht ausgerüstet. Deshalb legen die Busfahrer-Gewerkschaften die Schuld für die aktuelle Situation auch nicht grundsätzlich bei De Lijn.

Der Brüsseler Nordbahnhof gehört der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB und die angrenzenden CCN-Gebäude, unter denen sich der angesprochene Bushof befindet, werden von der Region Brüssel-Hautstadt verwaltet. Nach Ansicht der Gewerkschaften müsse De Lijn daher Druck auf die Hauptstadt-Region und auf die Brüsseler Gemeinden, auf deren Grund sich die Gebäude befinden, Schaarbeek und Brüssel-Stadt, ausüben. Am kommenden Dienstag finden weitere Gespräche zu diesem Thema statt.  

„Ich werde nicht auf die Zustimmung der Brüsseler Region warten.“

Flanderns Mobilitätsminister Ben Weyts (N-VA)

Flanderns Landesverkehrsminister Ben Weyts (N-VA) reagierte umgehend auf die Streikankündigung der Busfahrer von De Lijn und will das Problem auf seine Weise lösen, indem er die Haltestellen am Brüsseler Nordbahnhof verlegen lassen will: „Das kann auf dem Nordplatz sein, der befindet sich in der Nähe der heutigen Haltestellen. Der Unterschied ist der, dass die heutigen Haltestellen unterirdisch und dunkel sind und die neuen nicht mehr. Sie werden an einem offenen Platz liegen, wo genug Fläche für zeitlich begrenzte Haltepunkte zu finden sind. Wir sollten das einfach machen ohne auf die Zustimmung der Brüsseler Region zu warten.“

Ende 2018 hatte De Lijn ihre Bushaltestellen eine Zeit lang aus dem gleichen Grund an den Rogierplatz zwischen Nordbahnhof und der Brüsseler Shoppingmeile Nieustraat verlegt. Damals hatte Brüssels regionaler Verkehrsminister Pascal Smet (SP.A) noch darüber geschimpft und gesagt, dass man nicht einfach Bushaltestellen verlegen könne: „Die Buslinien werden von der Brüsseler Region in Zusammenarbeit mit De Lijn festgelegt. Die können das nicht einfach so selbst bestimmen!“ 

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