Infoabend für Schafshirten zum Thema Wölfe in der Provinz Limburg

Am Donnerstag fand in der limburgischen Gemeinde Peer ein Infoabend für besorgte Schafshirten und Landwirte zum Umgang mit Wölfen statt. Seit geraumer Zeit ärgern sich die Hirten darüber, dass die Aufwandsentschädigungen für die Sicherung von Wiesen und Weiden nicht ausreichen. Die betroffenen Hirten und auch andere Landwirte hatten zahlreiche Fragen zu diesem Thema.

Die beiden aus Ostdeutschland eingewanderten Wölfe Naya und August haben sich vor über einem Jahr im Norden der Provinz Limburg niedergelassen und das sorgt nicht selten auch für Probleme. Schafhirten finden regelmäßig von den beiden Wölfen gerissene Schafe und dies sorgt für Angst unter den Betroffenen. 

Aus diesem Grunde veranstaltete die flämische Landesagentur für Natur und Wald am Donnerstag einen Infoabend in Peer, wo sie sich den Fragen von Hirten, Landwirten und Bewohnern stellte. Hier ging es in erster Linie um Entschädigungsfragen und um Zuschüsse.

Hirten, die Zäune um jene Wiesen ziehen, in denen ihre Herden übernachten, erhalten für den Bau solcher Anlagen einen Zuschuss über 80 % der anstehenden Kosten, doch diese sind auf ein Gesamtvolumen von 7.500 € beschränkt.

„Viel zu wenig“, so ein betroffener Hirte: „Das darf für uns noch ein bisschen mehr sein. Wenn wir mit den Wölfen leben sollen, dann finden wir, dass alle entstehenden Kosten gedeckt werden müssen.“ 

100 % Zuschüsse und 100 % Entschädigung gefordert

Diese Forderung ist bei weitem nicht neu. Vor rund einer Woche hatte ein Hirte seine Schafe in einer limburgischen Ortschaft auf die Straße getrieben, um auf dieses Problem aufmerksam zu machen (siehe nebenstehenden Beitrag).

Wenn ein Hirte ein gerissenes Schaf findet, dann ist es äußerst wichtig, dass er dies sofort der Agentur für Natur und Wald meldet, sagte der Waldhüter Eddy Ulenaers, der in dieser Frage mit dieser Behörde zusammenarbeitet: „DNA kann zu 100 % Aufschluss darüber geben, ob es sich um einen Wolf handelt.“ Während also Umzäunungen nur zu 80 % bis zu einem nach obenhin festgelegten Betrag von 7.500 € vom Land Flandern finanziert werden, wird ein gerissenes Schaf zu 100 % ersetzt.

Nicht immer handele es sich aber um einen Wolf als Schuldigen, wenn Schafe gerissen werden, wie Ulenaers den Anwesenden erklärte: „Pfotenabdrücke und Fress- bzw. Beißverhalten können mehr darüber aussagen, um welche Tiere es sich handeln könnte. Ich mache als Waldhüter solche Feststellungen, verfasse einen Bericht und die Proben gehen an ein Labor. Wenn es sich sicher um einen Wolf handelt, dann wird der entstandene Schaden vollständig entschädigt.“