Belgier Philippe Gilbert siegt im Zielsprint des Kopfstein-Radklassikers Paris-Roubaix

Die 2019er Ausgabe des prestigeträchtigen Eintagesklassikers Paris-Roubaix hat überraschend der belgische Profi Philippe Gilbert (Deceuninck-Quick Step) gewonnen. Nach 257 Kilometern und knapp sechs Stunden war er im Zielsprint der schnellste zweier Ausreißer. Starker Zweiter wurde der Kölner Nils Politt (Team Katusha Alpecin). Die Belgier Yves Lampaert und Sep Vanmarcke wurden Dritter und Vierter.

Nach insgesamt 29 der gefürchteten Kopfsteinplaster-Passagen zeigte der 36-jährige Belgier Gilbert, wer die stärksten Beine hatte. Gilbert war bei der 117. Ausgabe der "Königin der Klassiker" lange Teil der Spitzengruppe und löste sich im Finale mit dem Deutschen Politt von seinen Begleitern. Die Entscheidung in der „Hölle des Nordens“  fiel im Sprint aber klar zugunsten des belgischen Ex-Rad-Weltmeisters.

Den Sieg holte sich Philippe Gilbert nach 257 Kilometern, davon 54,5 über brutale Kopfsteinpflaster. Damit konnte er sich erstmals in die elitäre Siegerliste des Rennens eintragen. "Mein großes Ziel ist es, alle Monumente zu gewinnen. Dem komme ich Schritt für Schritt näher", sagte Gilbert, dem nur noch ein Sieg bei Mailand-Sanremo fehlt.

Gilbert und Politt hatten sich auf dem Weg von Compiègne nach Roubaix 13 Kilometer vor dem Ziel am Carrefour de l'Arbre aus einer kleinen Spitzengruppe abgesetzt. Nicht einmal der dreimalige Weltmeister und Vorjahressieger Peter Sagan konnte dem Duo folgen. Im Velodrome kam es dann zum Duell Mann gegen Mann, das Gilbert gewann. 

Mein großes Ziel ist es, alle Monumente zu gewinnen. Dem komme ich Schritt für Schritt näher.
Philippe Gilbert

Rennen wurde seinem Ruf gerecht

Das Rennen über die alten Feldwege aus den Zeiten Napoleons wurde seinem Spitznamen "Hölle des Nordens" gerecht. Defekte, Stürze und sogar eine kurzzeitige Windkante prägten die erste Renn-Hälfte. Immerhin blieb es bei kühlen Temperaturen trocken, so dass die Pavé-Abschnitte zwar staubig waren. Die befürchtete Rutschpartie blieb aber aus.

Erstaunlich auch, dass der dreimalige belgische Cross-Weltmeister Wout van Aert bis zum Ende vorne dabei war. Schließlich war er auf der gefürchteten Passage durch den Wald von Arenberg nach einem Defekt schon abgehängt. Bei seiner Aufholjagd verblüffte der Flame aber mit seinen außerordentlichen Fahrkünsten. Erst in der Schlussphase musste van Aert den großen Anstrengungen Tribut zollen und abreißen lassen.

Eine Woche nach Paris-Roubaix steht am kommenden Sonntag mit dem Amstel Gold Race der nächste Klassiker auf dem Programm. Das Rennen bei Maastricht mit dem berühmten Cauberg ist der Auftakt der hügeligen Ardennen-Woche: Anschließend folgen der Flèche Wallonne und Lüttich-Bastogne-Lüttich.

(c) Nico Vereecken / PhotoNews

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