Jan Jambon stellt klar: “Wenn N-VA größte Partei wird, muss ich  Mannschaftskapitän werden.“

Flanderns Nationalisten N-VA formulieren neue Forderungen zur Bildung einer neuen belgischen  Bundesregierung nach den Wahlen am 26. Mai. "Ziel ist es, dass wir zu 100% hinter dieser Regierung stehen und dass wir, wenn wir die größte Partei sind, das Team leiten", sagte der Premierministerkandidat Jan Jambon (N-VA, Foto) im Frühstücksmagazin „De ochtend“ des VRT-Senders Radio 1. 

Mitte Januar klang es noch etwas zögerlich, als Jan Jambon – in der vorigen belgischen Regierung Bundesinnenminister - ankündigte, dass er nach den Wahlen am 26. Mai als Premiermister  zur Verfügung stehe. Mittlerweile spricht Jambon sich sehr viel bestimmter aus: Er will der Chef einer neuen belgischen Bundesregierung werden.

"Belgien braucht einen Premierminister, der von der stärksten Partei gestellt wird", sagt er am Montagmorgen im VRT- Radio 1. In der letzten Umfrage unserer Nachrichtenredaktion VRT NWS war N-VA immer noch die mit Abstand größte Partei. Wenn die Partei diesem Resultat gerecht wird, will der flämischen Nationalist Jan Jambon Premierminister werden. Jan Jambon: „Wenn eine Partei die größte ist in der Koalition ist, ist es einfach logisch, dass sie die Regierung führt".

Die Tatsache, dass die N-VA in der vergangenen Legislaturperiode den Premierminister nicht zur Verfügung gestellt hat, nennt er „einen Konstruktionsfehler". „Das hat Probleme verursacht", klingt es. So ist Jambon beispielsweise der Ansicht, dass die Regierung mehr Einfluss auf die im Rahmen des Sozialdialogs zwischen Gewerkschaften und Arbeitnehmern getroffenen Vereinbarungen übernehmen sollte. Wenn Jambon Premierminister wird, will er sich auf sozioökonomische Themen konzentrieren: Einen ausgeglichenen Staatshaushalt, die Verringerung der Besteuerung von Arbeit und die weitere Umsetzung des Beschäftigungsabkommens.

„Ich war fünf Jahre lang die Nummer Zwei. Aber jetzt habe ich den Ehrgeiz, Teamchef zu werden, wenn der Wähler die Karten so legt", sagt Jambon. „Das wird auch unsere Verpflichtung am Verhandlungstisch sein." Vor fünf Jahren gab es noch keine „Unterstützung" für einen N-VA-Premierminister in Wallonien, aber das hat sich inzwischen „geändert", glaubt Jambon.

Alternative: Konföderalismus

Wenn der zukünftige Premierminister nach den Wahlen nicht von der größten Partei Belgiens gestellt werde, sei es „logisch", dass Flandern und Wallonien mehr Macht erhielten, findet Jambon. "Alle sind sich allmählich einig, dass wir in einem Land leben, in dem zwei Demokratien nebeneinander funktionieren", sagt er.

„Wallonien wählt Links und Extremlinks, Flandern Mitte-Rechts. Dann ist es logisch, dass wir uns überlegen, was wir noch gemeinsam tun können, anstatt das Unmögliche in Einklang zu bringen", findet Jambon. Zuvor hatte der N-VA-Vorsitzende Bart De Wever angekündigt, dass er keiner Bundesregierung mit den französischsprachigen Parteien Ecolo (Grün), PTB (Kommunisten) oder dem Vorsitzenden des sozialistischen PS Elio Di Rupo beitreten will.

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