6 von 10 Mitarbeiter in der Neonatologie finden Euthanasie bei schwerkranken Neugeborenen zulässig

Einer Umfrage der Forschungsgruppe „Zorg rond het Levenseinde“ (dt.: „Pflege beim Lebensende") zufolge sind 60 % der Ärzte und des Pflegepersonals in der Neonatologie der Meinung, dass das Leben schwerkranker Neugeborener aktiv beendet werden darf. 

Das 2002 in Belgien verabschiedete Gesetz zur aktiven Sterbehilfe gilt nicht für Neugeborene. In Belgien darf eine Schwangerschaft zwar noch bis vor der Geburt abgebrochen werden, wenn ein Kind schwere Behinderungen aufweist oder das Leben der Mutter in Gefahr ist. Nach der Geburt aber ist aktive Sterbehilfe nicht mehr erlaubt. Euthanasie ist laut aktueller Gesetzgebung erst wieder für Erwachsene zugelassen.

Die mit den Universitäten UGent und VUB verbundene Forschungsgruppe „Zorg rond het Levenseinde“ (dt.: „Pflege beim Lebensende") hat Fachpersonal befragt und herausgefunden, dass die große Mehrheit der Ärzte und Krankenpfleger lieber keine Behandlung beginnen oder diese lieber einstellen würden, um das Leben eines schwererkrankten Neugeborenen zu beenden. “Alle Ärzte würden lieber auf eine Behandlung verzichten und auch 95 Prozent des Krankenpflegepersonals sprachen sich in diesem Sinne aus“, so Laure Dombrecht von der Forschungsgruppe.

Die Verabreichung von Medikamenten als aktive Sterbehilfe findet mehr Zuspruch bei den Pflegern als bei den Ärzten (75 % im Vergleich zu 60 %). Vermutlich sind weniger Ärzte mit diesem Verfahren einverstanden, da sie die Endverantwortung tragen, so Dombrecht.

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