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Analyse: Was steht für die flämische liberale Open VLD auf dem Spiel?

Am 26. Mai werden die Bürger in Flandern für ein neues flämisches, föderales und Europäisches Parlament stimmen. Sie haben die Wahl zwischen verschiedenen Parteien. Die VRT gibt den 7 Parteipräsidenten die Möglichkeit, Sie innerhalb von 60 Sekunden von ihrer Partei zu überzeugen. Die Reihenfolge wird durch die nationalen Listennummern und damit durch die Reihenfolge bestimmt, in der die Parteien auf dem Stimmzettel erscheinen.

Doch dabei allein belassen wir es nicht. Unser Politikspezialist Bart Verhulst hat die Aussagen analysiert und erklärt, was für jede Partei auf dem Spiel steht. Sehen Sie hier das erste Video der Parteipräsidentin der liberalen Open VLD, Gwendolyn Rutten und eine Analyse zur Partei. Bis kurz vor den Wahlen veröffentlichen wir jede Woche jeweils ein Video und einen Text zu zwei Parteien.

Einfach machen!

Blau ist die Farbe der flämischen Liberalen von Open VLD und Freiheit ihr höchstes Gut. Sie wollen unternehmen oder einfach machen. Ihre Vorsitzende ist Gwendolyn Rutten. Sie betont: „Die Open VLD ist die Partei all derer, die arbeiten oder die ihr Leben lang gearbeitet haben, damit unser Land vorankommt. In Deinem Job, Deinem Unternehmen, Deiner Familie, Lehrer, Krankenpersonal, der Fußballtrainer – all die Macher wollen wir unterstützen, indem wir sie netto mehr verdienen lassen, denn wir bezahlen in diesem Land schon genug Steuern und indem wir ihnen etwas weniger Vorschriften machen. Ein bisschen weniger müssen und etwas mehr dürfen.“

Das ist typisch für die Liberalen. Sie wollen:

  • weniger Regierung,
  • weniger Vorschriften
  • und weniger Steuern.

Doch Steuern sind natürlich auch zu etwas gut. Weniger Steuern bedeutet auch weniger Einkommen für die Regierung. Doch die gibt jetzt schon zu viel Geld aus. Wie kann man das dann lösen? Mit zusätzlichen Einsparungen zum Beispiel.

Rutten unterstreicht auch die positive Einstellung ihrer Partei: „Wir sind eine positive Partei, denn man kann immer besser sein. Wir lösen gerne Probleme, anstatt über sie zu sprechen. Und wir haben hochgesteckte Ziele. Ambition ist, was wir brauchen. Alle zusammen, ohne jemanden zurückzulassen. Einfach machen!“

Eine positive, optimistische Einstellung ist eine moralische Verpflichtung für die Liberalen, sogar, wenn man wie vor einigen Jahren einen Alptraum durchmacht. Eine Steuer wurde damals nach einer liberalen Ministerin benannt – die „Turtel-Steuer“. Schlimmer ging’s nicht. Das ist inzwischen jedoch verdaut und in der föderalen Regierung fühlten sich die Liberalen sehr wohl in ihrer Haut. Der Premier, zwar ein französischsprachiger Liberaler, machte vor allem die Schaffung von Jobs und die Steuersenkung zum zentralen Thema. Doch hat er damit die Wähler überzeugen können?

Viele, vor allem "ökonomische" rechte Wähler, sind inzwischen zu den Regionalisten von der N-VA übergelaufen. Bei den Wahlen von 2014 holte die Open VLD 15 Prozent der Stimmen und auch jetzt sind die Umfragewerte noch weit von dem entfernt, was die Open VLD einmal war.