In Belgien steigt die Zahl der Unfälle mit Fahrrädern und anderen alternativen zum Auto

Die Zahl der Unfälle mit Radfahrern in Belgien ist in den vergangenen Jahren stetig angestiegen. Dieser Trend ist eine Folge der Tatsache, dass auch immer mehr Menschen das Fahrrad als Alternative zum Auto im Straßenverkehr nutzen. Doch nicht immer entspricht die Infrastruktur dieser Entwicklung in unserem Land, wie das belgische Institut für Verkehrssicherheit (VIAS) dazu kritisch anmerkt. 

VIAS verglich in dieser Frage im Auftrag der flämischen Tageszeitung De Morgen die Fahrradunfallzahlen aus dem Jahr 2005 mit denen von 2017. Kam es 2005 noch zu „nur“ 1.299 Unfällen, an denen Radfahrer beteiligt waren, waren dies 12 Jahre später schon 1.617 Unfälle. Das entspricht einem Anstieg um 25 %. Hier wurden ausschließlich Unfälle statistisch erfasst, an denen lediglich Radfahrer beteiligt waren. Unfälle zwischen Radfahrern und Fußgängern nahmen im gleichen Zeitraum sogar um 76 % zu.

Die Zahlen sind nach Angaben von VIAS nicht unbedingt repräsentativ. Laut Stef Willems von VIAS wird bei derartigen Unfällen mit Radfahrern, auch wenn es zu Verletzungen kommt, keine Polizei gerufen. Aus diesem Grunde liegen die tatsächlichen Unfallzahlen in diesem Bereich wohl deutlich höher, so Willems. Bei schweren Unfällen wird eher direkt die Notaufnahme eines Krankenhauses angesteuert, doch zu den entsprechenden Zahlen verfügt VIAS über keine konkreten Angaben.

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Maarten Hartman

Nicht nur klassische Radfahrer angesprochen

Da immer mehr Menschen immer häufiger vom Auto aufs Rad umsteigen, hinkt die Infrastruktur vielerorts hinterher, was zu Unfällen führt. VIAS kritisiert in dieser Frage die Politik, die hier mehr tun könne. Doch auch die Radfahrer selbst können mit ihrem Fahrverhalten laut VIAS dazu beitragen, dass es zu weniger Unfällen kommt.

Die stetig steigenden Zahlen von Nutzern von ein-, zwei- und dreirädrigen Fahrzeugen erfordere auch eine entsprechende Rücksichtnahme. Im Hinblick auf die Fußgänger als schwächstes Glied in der derzeitigen Verkehrsentwicklung gibt es hier wohl noch Nachholbedarf.

Die Zahl der alternativen Fahrzeuge gegenüber dem Auto nimmt ebenfalls rasch zu, was diese Entwicklung im negativen Sinne noch verschärft. Klassische Fahrräder, E-Bikes, Speed-Pedelecs, Mono-Wheeler (elektrische Einräder), E-Stepper (elektrische Roller), Mofas und Motorroller nehmen zu und werden zudem immer schneller und stärker. 

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