Wilder Müll: Flanderns Landwirte fordern ein sofortiges Dosenpfand

Das Allgemeine Bauernsyndikat (ABS), ein Interessenverband von Landwirtschaft und Gartenbau im belgischen Bundesland Flandern, fordern eine sofortige Einführung eines Dosenpfands. Viele flämische Bauern haben große Probleme mit wildem Müll auf ihren Feldern und Weiden und besonders Dosen sorgen für enorme Probleme. Bisher aber scheiterte ein Dosenpfand in Flandern am Widerstand der nationaldemokratischen N-VA.

Wilder Müll zwischen den Pflanzen auf den landwirtschaftlich genutzten Feldern in Flandern ist den hiesigen Bauern schon lange ein Dorn im Auge. Leider findet dieser Abfall über die Nutztierhaltung auch den Weg in die Nahrungsmittelkette.

Ganz besonders schädlich sind hier die Blechdosen, z.B. Getränkedosen. Der Schaden, der entsteht, wenn Kühe und Rinder auf Blechdosen beißen oder diese gar verschlucken, beläuft sich alleine in Flandern auf jährlich zwischen 4,5 und 6,8 Mio. € bei inneren Verletzungen oder verendeten Tieren, so das ABS.

Ein Gesetzesvorschlag, in Flandern ein Dosenpfand einzuführen, scheiterte 2018 noch an den flämischen Nationaldemokraten N-VA, die dieser Idee eine Abfuhr erteilten. Doch bei den Landwirten herrscht die Ansicht vor, dass dies die einfachste Lösung für einen Großteil des achtlos weggeworfenen Mülls ist.

Bei den regionalen Landwirtschaftsverbänden und auch beim Abfall-Entsorgungs-Netzwerk „Recycling Network Benelux“ wird dazu geschätzt, dass eine solche Regelung dafür sorgen würde, dass 70 bis 90 % weniger Getränkedosen achtlos weggeworfen würden. Überdies, so das ABS, kostet ein Dosenpfand den Verbraucher letztendlich nichts. 

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