Erst Alternativen zum Auto, dann Straßenbenutzungsgebühren, verlangt der Automobilverband VAB

Der flämische Automobilverband VAB ist der Ansicht, dass die nächste flämische Regierung an Alternativen zum Auto arbeiten sollte, bevor das Thema Straßenbenutzungsgebühren erneut diskutiert werden könne. Die Mobilitätsorganisation fordert eine Investition von 3 Milliarden Euro in die Fahrradinfrastruktur. Das Geld soll auf zehn Jahre verteilt werden.

In Zusammenhang mit Straßenbenutzungsgebühren ließ der VAB vom Forschungsbüro Ipsos eine Umfrage unter 3.000 Personen durchführen. Daraus geht hervor, dass 38 Prozent der heutigen Autopendler das Fahrrad als die beste Transportalternative sehen. Kein Wunder, so der VAB, denn die Entfernung von zu Hause zur Arbeit ist für viele Mitarbeiter mit dem Fahrrad zu schaffen. Darüber hinaus hat das Aufkommen das E-Bikes das Potenzial der Fahrradnutzung drastisch erhöht.

Wer mit einem Citybike unterwegs ist, legt durchschnittlich bis zu 10 Kilometer pro Fahrt ab. Bei einem E-Bike steigt dieser Wert auf 15 Kilometer und bei Speed-Pedelecs auf 35 Kilometer. Der VAB möchte daher, dass die nächste flämische Regierung ein größeres Budget für Radfahrer bereitstellt.

Konkret will man eine Investition in die Fahrradinfrastruktur von 3 Milliarden Euro, verteilt über einen Zeitraum von 10 Jahren. Dabei geht es um den Bau von breiteren, separaten Radwegen, Tunneln oder Brücken und darum, Kreuzungen sicherer und direkter zu machen. Auch sollen Arbeitsplätze von Wohngebieten aus schneller erreichbar werden. Ferner wünscht sich die Organisation beschleunigte Verfahren zur Realisierung solcher Bauvorhaben.

Die Umfrage zeigt weiter, dass nur 14 Prozent der Befragten Bus oder Straßenbahn als Alternative zum Berufsverkehr sehen, was vor allem auf einen schlechten Verkehrsfluss dieser öffentlichen Verkehrsmittel zurückzuführen ist. Für die VAB müssen daher Investitionen in Busse und Straßenbahnen in Abhängigkeit von der Schnelligkeit des Verkehrsflusses getätigt werden. Zusätzliche Investitionen seien nicht zu verantworten, wenn Kommunen und Städte zu wenig Anstrengungen unternehmen würden, um mit Bus oder Straßenbahn Staus zu umgehen und damit die Durchschnittsgeschwindigkeit zu erhöhen, heißt es auch noch.

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