Flip Franssen

Flandern investiert in personalisierte Medizin

Die flämische Regierung investiert 10 Millionen Euro in Projekte in der Pharma- und Medizintechnik. Der flämische Innovationsminister Philippe Muyters möchte die Pharma- und Bio-, Nano- und Medizintechnikbranche ermutigen, den Wandel  in der personalisierten Medizin nicht zu verpassen. Das Potenzial sei groß, sowohl für die Patienten als auch für den Sektor selbst, gab Muyters an diesem Montag bekannt.

Auf der molekularen Ebene ist kein Mensch gleich. "Wenn es der medizinischen Welt gelingen würde, Patienten so individuell wie möglich zu behandeln, gäbe es enorme Gewinne im Heilungsprozess und bei den Kosten der Gesundheitsversorgung", erklärte Muyters. "Die personalisierte Medizin steckt noch in den Kinderschuhen, hat aber ein enormes Potenzial. Technologische Entwicklungen können helfen, ein umfangreiches molekulares Profil des Patienten zu bestimmen, auf das dann die entsprechenden Therapien angewendet werden können." 

Laut dem Minister verfügt Flandern über eine Reihe von Forschungseinrichtungen und Pharmaunternehmen von Weltrang und könne bei der Entwicklung dieser personalisierten Medizin eine wichtige Rolle spielen. "Es ist wichtig, dass die verschiedenen Fachkenntnisse gebündelt werden, damit die richtigen Entwicklungen gezielt stattfinden können. Deshalb beginnen wir mit der Vorbereitung eines Spitzenclusters, damit Regierung, Unternehmen und Wissenszentren die Forschung gemeinsam betreiben können. Für die kommenden Jahre habe ich 10 Millionen Euro für gute Forschungsprojekte in der personalisierten Medizin vorgesehen".

Der erste Schritt ist daher die Einführung eines Spitzenclusters für die personalisierte Medizin. Flanders.health übernimmt die Leitung und bringt die richtigen Partner an den Tisch. Der Cluster muss auf drei Ebenen greifen: bei der Verbesserung des Wissens über die personalisierte Medizin, bei der Anwendung in der Praxis und bei der Entwicklung eines ethischen und rechtlichen Rahmens. An der Entwicklung sind Unternehmen aus den Bereichen Digitaltechnik, Medizintechnik und Biowissenschaften beteiligt. Doch auch weitergehende Bereiche wie Krankenhäuser und Gesundheitsdienstleister werden mit einbezogen.

Flanders.health hat nun zwei Jahre Zeit, um sich auf die Einrichtung des neuen Spitzenclusters vorzubereiten. Parallel dazu kann das Ökosystem bereits aufgebaut werden, indem konkrete Kooperationsprojekte zur Forschung zwischen Unternehmen und Wissenseinrichtungen finanziert werden.