Nicolas Maeterlinck

Apfel- und Birnenzucht werden als Krisensektoren anerkannt

Belgiens Landwirtschaftsminister Denis Ducarme (MR) hat die Apfel- und Birnenzucht, sowie die Rundfleischindustrie als Krisensektoren anerkannt. Ducarme entspricht damit Forderungen von Flanderns Agrarminister Koen Van den Heuvel (CD&V) und der flämischen Europaabgeordneten Hilde Vautmans (Open VLD). Inzwischen droht den Landwirten durch die anhaltende Trockenheit weiteres Ungemach.

Die Tatsache, dass die oben genannten Bereiche offiziell von der belgischen Bundesregierung als Krisensektoren anerkannt werden, sorgt dafür, dass die betroffenen Landwirte bis Ende des Jahres keine Beiträge zu den sozialen Lasten begleichen müssen. Laut Chris Bottermans vom flämischen Bauernbund kann das bei einigen Landwirten für ein bisschen Entspannung sorgen:

„Das wird sich dieses Jahr auf mindestens 2.800 € belaufen. Das neue an diesem Verfahren ist auch, dass es sehr einfach ist. Mann teilt mit einem elektronischen Dokument mit, dass man im Hartfruchtsektor tätig ist und muss den entsprechenden Ausdruck seinem Sozialsekretariat vorlegen.“

Die Apfel- und Birnenzüchter sagen ebenfalls, dass ihnen dies etwas Atem verschafft. Inzwischen sind die Preise im Keller. Bis zum Jahresende hoffen die Landwirte, dass die Preise wieder ansteigen, denn derzeit müssen sogar schon Birnen vernichtet werden. Der flämische Bauernbund trifft sich übrigens in den kommenden Tagen auch mit den verschiedenen Arbeitgeberverbänden in Belgien, um die gleichen Themenbereiche zu besprechen.

Probleme durch die Trockenheit

Inzwischen melden gleich mehrere Tageszeitungen aus Flandern, dass viele Landwirte, die von der anhaltenden Trockenheit bedroht sind, massiv Wasser aus Quellen, Brunnen und Wasserläufen abpumpen. Mancherorts, z.B. im Haspengau in Limburg und im Kempenland in der Provinz Antwerpen tauchen Landwirte mit riesigen Tankwagen auf, um sich mit Wasser zu versorgen. Naturschützer wollen sogar schon Traktoren mit niederländischen Kennzeichen gesehen haben, wie Stefan Carolus vom Naturpunkt Limburg angab.

Durch die Trockenheit im vergangenen Jahr und durch die Tatsache, dass es derzeit immer noch nicht ausreichend regnet, haben sich die Grundwasserstände im belgischen Bundesland Flandern immer noch nicht erholen können. Der Gesetzgeber, sprich die flämische Landesregierung, hinkt den Ereignissen hinterher, denn ein Dekret oder ein Gesetz gegen das Abpumpen von Wasser aus „nicht-schiffbaren“ Gewässern in Flandern ist noch immer nicht durch die parlamentarischen Instanzen gebracht worden. 

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