Fußballskandal: Polizeirazzia beim RSC Anderlecht und beim Fußballverband

Am Mittwochvormittag sind Beamte der belgischen Polizei zu einer Hausdurchsuchung beim belgischen Rekordmeister RSC Anderlecht und beim belgischen Fußballverband KBVB vorstellig geworden. Die Aktionen fanden im Rahmen von Ermittlungen gegen Geldwäsche statt und richten sich in erster Linie gegen Spielermakler. Die aktuellen Vorgänge haben nichts mit der „Operation Zero“ zu tun, die sich gegen Matchfixing richtete. Hier sind übrigens die ersten Urteile der Rechtsabteilung des KBVB vorgelegt worden.

Die Hausdurchsuchungen fanden im Trainingszentrum und im Stadion des RSC Anderlecht sowie in den Räumlichkeiten des Fußballverbandes KBVB statt. Dutzende Polizeibeamte durchsuchten diese Gebäude nach Hinweisen auf Geldwäschepraktiken von Spielermaklern im Zuge von Transfers - genauer von Transfers aus den Jahren 2013, 2014 und 2015.

In diesem Zusammenhang ermittelt die Bundesstaatsanwaltschaft in Brüssel auch in Sachen Bildung einer kriminellen Vereinigung. Dass auch Razzien beim KBVB stattfinden, ist in diesem Zusammenhang logisch, denn dort werden Kopien aller Transferangelegenheiten im belgischen Profifußball archiviert.

Die aktuelle Vereinsführung bei Rekordmeister Anderlecht gab zu verstehen, dass man der Justiz umfassend zur Mitarbeit zur Verfügung stehe.

Matchfixing zwischen KV Mechelen und Waasland-Beveren

Der Disziplinarausschuss des belgischen Fußballverbandes KBVB hat in diesen Tagen auch seine vorläufigen Untersuchungen in Sachen Spielmanipulation am 11. März 2018 (dem letzten regulären Spieltag in der ersten Liga der Saison 2017-2018) vorgelegt. Bei der Partie AS Eupen gegen Excel Mouscron (4:0 für Eupen) konnten keine Hinweise auf Matchfixing gefunden werden, so das Parket des KBVB.

Doch bei dem Spiel KV Mechelen gegen Waasland-Beveren am gleichen Tag laufen die Ermittlungen auf Hochtouren weiter. Hier stehen insgesamt 13 Personen im Zentrum der Recherchen und den Vereinen drohen harte Strafen. Hier steht der Vorwurf im Raum, Mechelen habe mit Hilfe eines Spielermaklers versucht, Einfluss auf Waasland-Beveren zu nehmen, um den Abstieg des KV zu verhindern.

Harte Strafen

Laut KBVB darf der KV Mechelen nicht in die 1. Liga aufsteigen und er darf auch nicht in der Europa League antreten, falls er das Pokalfinale gegen AA Gent gewinnt. Zudem darf Mechelen zwei Spielzeiten lang nur in der Liga 1B antreten und zwar jeweils mit einem Punktabzug von 6 Zählern pro Periode. Zudem muss der Verein 125.000 € für die Finanzierung der Ermittlungskosten berappen.

Waasland-Beveren trifft es nicht ganz so schwer. Der Verein steigt zwangsweise aus der 1. Liga in Richtung 1B ab, verliert sechs Punkte zum nächsten Saisonstart und muss ebenfalls dem KBVB 125.000 € zahlen. Jetzt liegt der Vorgang beim KBVB-Ausschuss für Berufungen.