Politbarometer: N-VA bleibt Flanderns stärkste Partei

Wenn heute in Flandern gewählt würde, dann bliebe die N-VA die stärkste Partei in diesem belgischen Bundesland. Hinter den flämischen Nationaldemokraten liefern sich gleich vier Parteien ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz zwei. Auch die meisten anderen Parteien verlieren leicht, wie aus dem aktuellen Politbarometer von VRT NWS (unser Haus), RTBF, De Standaard und La Libre ersichtlich ist. Den größten Schritt nach vorne machen die flämischen Grünen von Groen. 

Die N-VA bleibt nach dem Politbarometer knapp ein Monat vor den Wahlen in Flandern die stärkste Kraft. Doch die flämischen Nationaldemokraten bleiben mit 27,9 % unter der 30 %-Marke. Damit verliert die Partei rund 4 Prozentpunkte gegenüber den letzten Regionalwahlen in Flandern. Um Platz 2 in der Gunst der Wähler kämpfen gleich vier Parteien: CD&V, die Christdemokraten, die Grünen von Groen, die liberale Open VLD und die sozialdemokratische SP.A.

Die Koalitionspartner der N-VA in der flämischen Landesregierung, Open VLD und CD&V, müssen Prozente abgeben. Die Christdemokraten kommen auf 14,7 %, verlieren gegenüber 2014 knapp 3 %. Die Liberalen holen 14,2 %, ein Verlust von 1,3 %. Groen kommt auf 14,6 % und gewinnt damit gegenüber 2014 rund 6 %. Die Grünen machen damit den stärksten Schritt nach vorne. Die flämischen Sozialdemokraten kommen aus ihrem Umfragetief wieder heraus und würden 12,7 % holen, würde heute gewählt. Doch gegenüber 2014 liegt der Verlust immer noch bei 1,3 %. 

Die Parteien verlieren treue Wähler“

Gewinne verzeichnet auch der rechtsradikale Vlaams Belang gegenüber 2014. Die Rechten stehen jetzt bei 9,3 %, was allerdings immer noch unter den erwünschten 10 % ist. Sie gewinnen knapp 3 %. Etwa die gleichen Gewinne verzeichnet die linksradikale Arbeiterpartei PVDA. Die Kommunisten kommen im Politbarometer auf 5,9 % und legen um 3,1 % gegenüber den letzten Wahlen zu.

Damit ändert sich recht wenig am Kräfteverhältnis in Flandern. Die N-VA wird wohl nach den Wahlen vom 26. Mai die Regierungsbildung übernehmen. Ganz nebenbei: 28 % der befragten Wähler in Flandern gaben an, dieses Mal eine andere Partei zu wählen, als noch vor 5 Jahren. Das betrifft vor allem die traditionellen Parteien, die mehr Wähler verlieren, als sie hinzugewinnen.

Den Politbarometer führte das Umfrageinstitut TNS KANTAR im Auftrag der öffentlichen Rundfunkanstalten VRT und RTBF, sowie der Tageszeitungen De Standaard und La Libre telefonisch beu 1.006 niederländisch-sprachigen Flamen zwischen dem 25. März und dem 14. April durch. Die Fehlerquote liegt hier bei 3,1 %.