9 Jahre alter Junge tot auf dem Gelände eines Asylzentrums gefunden

Auf dem Gelände des Asylzentrums von Broechem bei Ranst in der Provinz Antwerpen ist am frühen Mittwochabend die Leiche eines 9 Jahre alten Jungen aus Palästina gefunden worden. Das Kind wohnte gemeinsam mit seiner 26 Jahre alten Mutter in dem Flüchtlingszentrum und wurde seit Montagabend vermisst.

Der kleine Junge wurde am Montagabend gegen 22 Uhr zum letzten Mal gesehen, als er mit seinem Fahrrad Runden durch die Anlagen des Flüchtlingszentrums der Einwanderungsbehörde Fedasil drehte. Doch dann verschwand das Kind. Die belgische Bundespolizei stufte das Verschwinden als „besorgniserregend“ ein und nahm die Suche auf. Zunächst wurde in der Umgebung der Ortschaft Broechem gesucht, jedoch ohne Erfolg.

Am Mittwoch dann wurde das Gelände des Asylzentrums durchkämmt, wo die Leiche des kleinen Jungen dann später in einem Graben entdeckt wurde. Die Staatsanwaltschaft von Antwerpen nahm Ermittlungen wegen Mordes auf.

Noch am Mittwochabend wurde bekannt, dass Polizei und Staatsanwaltschaft insgesamt fünf Verdächtige festgenommen haben. Die in diesem Zusammenhang festgenommenen Jugendlichen sind vier Minderjährige und ein Volljähriger. Sie alle sind Flüchtlinge aus Palästina. Drei von ihnen sind derzeit sogar in dem Wohnheim in Broechem gemeldet. 

Belgiens scheidende Ministerin für Asyl und Einwanderung, Maggie De Block (Open VLD), reagierte schockiert auf die Nachricht über diesen mutmaßlichen Kindesmord: „Was hier passiert ist, ist rundweg dramatisch. Da fehlen mir die Worte. Die Schuldigen müssen bestraft werden.“ Das so etwas, der Tod eines Kindes in einem Asylzentrum und dann auch noch ein mutmaßliches Tötungsdelikt, passiert, sei völlig ungewöhnlich, so die Ministerin. Eine Sprecherin von Fedasil sagte ebenfalls, dass man solch einen Fall in einem Auffangzentrum für Flüchtlinge und Asylsucher bisher noch nie erlebt habe. 

Inzwischen hat auch Belgiens Premierminister Charles Michel (MR) der Mutter des Kindes und den anderen Angehörigen sein Beileid und die Anteilnahme seiner Regierung mitgeteilt. 

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