Maßnahme gegen die Trockenheit: Wasser-Abschaltplan für Flandern?

Die Verwaltungsbehörden des belgischen Bundeslandes Flandern wollen bis zum Sommer 2020 einen Plan ausarbeiten, mit dem im Falle von anhaltender Trockenheit bestimmt werden soll, wer dabei Vorrang bei der Wasserversorgung erhalten soll. Die Gefahr einer akuten Wasserknappheit droht in Flandern bereits seit der Trockenheit 2018. Seit dem haben sich die Grundwasserpegel noch immer nicht erholt.

Flandern will sich nach einer Meldung der Tageszeitung De Standaard den Abschaltplan der belgischen Bundesregierung im Falle von Strommangel zum Vorbild nehmen. 

Dieser besteht in theoretischer Form seit sich die Mängel an den hiesigen Atommeilern häufen und eine fortlaufende Versorgung mit Elektrizität durch Alternativen (noch) nicht vollständig gedeckt ist.

Messungen der Flämischen Umweltgesellschaft (VMM) ergaben unlängst, dass sich die Grundwasserreserven seit dem trockenen Sommer im vergangenen Jahr noch nicht erholt haben - auch weil der Winter zu trocken war und weil es seit dem in unseren Breitengraden noch nicht wieder ausreichend geregnet hat. Noch im April hieß es bei der VMM: „Die Grundwasserpegel sind dadurch bei einem Drittel der Messpunkte für diese Jahreszeit noch sehr niedrig.“

Es könnte sein, dass während bestimmten Stunden am Tage kein Wasser aus dem Kran kommt.“

Katrien Smet, Sprecherin der Flämischen Umweltgesellschaft (VMM)

Um einer lokalen Wasserknappheit zuvorzukommen, will Flandern jetzt eine Art Abschaltplan für Wasser ausarbeiten. Die zentrale Frage dabei wird sein, wem Vorrang beim Wasserverbrauch bzw. bei der Wasserversorgung eingeräumt werden soll, wie VMM-Sprecherin Katrien Smet dazu erklärt: „Wir müssen dies mit allen betroffenen Sektoren, wie dem gesellschaftlichen Mittelfeld, Naturverbänden, der Landwirtschaft und der Industrie absprechen.“ Man könne der Industrie nicht so einfach das Wasser abdrehen, so Smet, denn „damit schaltet man die Wirtschaft ab. Das wird also Konsequenzen haben.“

Im Extremfall kann das bedeuten, dass es zu bestimmten Tageszeiten auch für Privathaushalte in festzulegenden Regionen kein Wasser gibt. Die VMM-Sprecherin vergleicht dies mit dem Beispiel Südafrika, wo nach der extremen Trockenheit im letzten Sommer eine Krisensituation entstand, die das zeitweise Abschalten des Wassers zur Folge hatte: „Hoffentlich haben wir eine solche Maßnahme niemals nötig, doch es ist wichtig, dass man bei einer solchen Krise einen Plan hat. Man kann den Ereignissen nicht einfach sh hinterherhinken.“ 

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