So wird die "Belgica II" einmal aussehen Belspo

Belgiens neues Forschungsschiff wird „Belgica II“ heißen

Das neue belgische Forschungsschiff (Foto oben) wird den Namen „RV Belgica II“ tragen. Dieses Schiff, das derzeit noch im Bau ist, wird die ersetzt „Belgica“ ersetzen, die seit 35 Jahren im Dienste von Forschung und Wissenschaft im Einsatz ist. Das Kürzel „RV“ steht übrigens für „Research Vessel“, was wiederum schlicht und einfach „Forschungsschiff“ bedeutet.

Der Name „Belgica II“ wurde aus sechs möglichen Namen ausgesucht, die das Bundeswissenschaftsministerium im vergangenen Jahr veröffentlichte. Rund 5.000 Bürger beteiligten sich an der Namenswahl, die letztendlich auf „Belgica II“ fiel. Dieser Name konnte 33,2 % aller Stimmen auf sich vereinigen und verwies den Namen „Stella Maris“ mit 20,1 % der Stimmen auf Platz 2.

Die alte „Belgica“ (Foto unten) legte in 35 Jahren Dienstzeit rund 900.000 Kilometer zurück und wird als ozeanografisches Forschungsschiff von der belgischen Marine betrieben. Heimathafen ist Ostende. Gebaut wurde sie von der Boel-Werft in Temse und hatte ihren Stapellauf 1984 dort auf der Schelde.

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Die alte "Belgica" Hans Hillewaert (Lycaon)/Wikimedia Commons/CC BY-SA 2.5

Die Besatzung, 15 Mann, wird von der belgischen Marine gestellt, die auch für den operativen Einsatz und die logistische Versorgung verantwortlich ist. Die wissenschaftliche Arbeit der Belgica wird vom „Management Unit des Mathematischen Modells der Nordsee und der Scheldemündung“ (MUMM) geleitet. Bis zu 16 Wissenschaftler können an Bord untergebracht werden.

Hauptaufgabe der „Belgica“ und später auch der „Belgica II“ ist die Erforschung von Fauna und Flora in der Nordsee. Dabei kooperiert das Schiff mit belgischen Universitäten und wissenschaftlichen Instituten. Einer der häufigsten Nutzer der „Belgica“ ist die das flämische Landesministerium für Landwirtschaft und Fischerei, für die das Schiff den Bestand von Fischsorten für die Fangquoten für die kommerzielle Fischei kontrolliert, ebenso wie den Eingriff des Menschen in die maritime Umwelt. Bei einer möglichen Ölpest muss die „Belgica“ das auslaufende Öl untersuchen und lokalisieren, um den Verursacher finden zu können. 

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Die neue „Belgica“ wurde von der belgischen Bundesregierung 2016 in Auftrag gegeben und im Juni 2018 begann nach umfassenden Planungen der Bau, der bis zu 54 Mio. € veranschlagen wird. Geplant ist, dass das neue Forschungsschiff ab Ende 2020 in See stechen kann, um danach mindestens 30 Jahre lang ähnliche Aufträge zu absolvieren, wie ihre Vorgängerin, die jetzt in Rente gehen kann.

Die „Belgica II“ wird größer als die „Belgica“ sein und kann mehr Wissenschaftler an Bord nehmen, insgesamt 28. Sie ist so ausgerüstet, dass sie mindestens 30 Tage lang auf hoher See bleiben kann. Das neue Forschungsschiff wird Anlagen an Bord haben, die es erlauben, Wasser oder Bodenproben in 5.000 Meter Tiefe zu nehmen.

Zudem hat sie verstärkte Bordwände, was auch ihr eine Art leichten Eisbrecher macht, der im Sommer sogar am Nordpol eingesetzt werden könnte. Ihre Aufträge werden auch internationaler werden, denn das Schiff gehört zum europäischen „Eurofleets“-Netzwerk und ist Teil der „European Marine Board“. Gebaut wird sie von der spanischen Werft Freire Shipyard in Zusammenarbeit mit dem „Maritime Research Institute Netherlands“.

Der Schiffsname "Belgica" geht übrigens auf das Segelschiff des belgischen Polforschers und Wissenschaftlers Adrien de Gerlache (1866-1934) zurück Public domain

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