Das Rote Kreuz kümmert sich jetzt auch um den Blutvorrad der belgischen Armee

Seit einiger Zeit kümmert sich das Rote Kreuz in Belgien auch um die Bevorratung der Armee mit Blutreserven. Am Freitag fand eine erste entsprechende Blutspende-Aktion bei der Truppe selber statt und zwar in der Kaserne „Camp Beverlo“ (Foto) in Leopoldsburg in der Provinz Limburg. Das Rote Kreuz hat diesen Auftrag bereits zum Jahresanfang übernommen, doch jetzt wird diese Angelegenheit konkret und sichtbar.

Was für das Rote Kreuz zwar ein spannendes aber nicht unbedingt einfaches Unterfangen ist, ist für die belgische Armee eine logische Entwicklung, denn sie gibt mehr und mehr Aufgaben an externe Unternehmen oder Dienstleister, um damit mehr Effizienz an den Tag legen zu können.

Dass das Rote Kreuz jetzt zum Blutspenden in der Kaserne von Leopoldsburg eingeladen hat, ist ein Zeichen dafür, wie ernst diese Einrichtung ihren neuen Auftrag nimmt. Bisher mussten Soldaten, die Blut spenden wollten, dazu zum Militär-Hospital nach Neder-over-Heembeek am Nordrand der Region Brüssel-Hauptstadt kommen, doch jetzt geht das Rote Kreuz selbst in die Kasernen.

Das ist für die Soldaten einfacher, denn sie sparen damit Zeit. Und es ermöglicht auch Nachbarn der Kaserne oder Familienmitgliedern der Militärs ebenfalls Blut zu spenden, wenn das Rote Kreuz dort hinkommt. Im wirtschaftlichen Sinne würde man hier wohl von einer „Win-Win-Situation“ sprechen…

Win-Win-Situation“

Die belgische Armee braucht Blutreserven für das Militär-Hospital von Neder-over-Heembeek. Diese Blutreserven werden vielfältig benötigt. Wenn Teile der Armee eine Auslandsmission übernehmen, z.B. im Rahmen von UN- oder EU-Missionen, oder bei einem Katastropheneinsatz helfen (z.B. mit dem B-Fast-Team), dann führen sie stets einen Vorrat an Blutreserven vom Typ ‚0 Negativ‘ mit, denn diese Blutgruppe ist für jeden geeignet. Das bedeutet, dass das Rote Kreuz gerade von dieser Blutgruppe viele Reserven braucht.

Immer gesucht: Blutgruppe ‚0 Negativ‘ 

In diesem Zusammenhang sagte die Rot-Kreuz-Sprecherin Ine Tassignon gegenüber VRT NWS: „Wir möchten noch einmal den Aufruf an die Bevölkerung richten, Blut der Blutgruppe ‚0 Negativ‘ spenden zu kommen. Diese Blutgruppe ist auch für Patienten mit anderen Blutgruppen geeignet. Sie wird auch bei schwerwiegenden Vorfällen gebraucht, bei der wir keine Zeit haben, die Blutgruppe von Verletzten festzustellen.“

Die Blutgruppe ‚0 Negativ‘ wird bei Auslandseinsätzen, bei Katastrophen und Unfällen aber auch bei plötzlich auftretenden Geburten dringend gebraucht, so das Rote Kreuz eindringlich in seinem Aufruf. 

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