Kopf der Diamantenbande von Zaventem an Belgien ausgeliefert

Der Franzose Marc Bertoldi, der Kopf der Bande, die am 19. Februar 2013 einen der spektakulärsten Raubüberfälle der belgischen Kriminalgeschichte durchgezogen hatte, sitzt in einer belgischen Zelle. Sein Prozess soll am 10. Mai in Brüssel anlaufen. Er und seine Bande hatten auf dem Flugfeld des Brussels Airport in Zaventem eine Diamantenlieferung in Höhe von rund 37 Mio. € erbeuten können. Der Gangster wurde erst nach Verbüßung einer Haftstrafe in seiner französischen Heimat nach Belgien überstellt.

Am 19. Februar 2013 hatten acht maskierte Gangster mit mehreren Fahrzeugen einen Zaun am Brüsseler Nationalflughafen in Zaventem durchbrechen können und eine Maschine der schweizerischen Fluggesellschaft Swiss überfallen, die gerade eine Ladung Diamanten von der Sicherheitsfirma Brink‘s übernommen hatte. Die Gangster „übernahmen“ insgesamt 121 Päckchen mit Diamanten und anderen Edelsteinen, die später auf einen Wert von 37 Mio. € taxiert wurden.

Insgesamt konnte die Polizei 19 Personen in Zusammenhang mit diesem spektakulären Überfall identifizieren, darunter auch den Kopf der Bande, den Franzosen Marc Bertoldi.

Vor einiger Zeit sorgte die Nachricht für Schlagzeilen, nach der die anderen 18 Bandenmitglieder allesamt freigesprochen wurden und zwar, „weil die Elemente, über die die Staatsanwaltschaft verfügte, unzureichend sind“, wie es vor einem Jahr dazu hieß. Allerdings beginnt ein neues Verfahren gegen die Verdächtigen im Jahr 2020.

Ausschweifender Lebensstil 

Schon in wenigen Tagen, am 10. März, beginnt der Prozess gegen den mutmaßlichen Bandenchef Bertoldi. Bei Verhören, die belgische Polizisten im Rahmen eines Rechtshilfeersuchens in Frankreich durchführen konnten, hatte der Gangster zugegeben, einen Teil der damals gestohlenen Diamanten einem Schweizer Geschäftsmann weiterverkauft habe.

Marc Bertoldi wurde gefasst, weil er schon kurz nach dem Raubüberfall ein ausschweifendes und luxuriöses Leben begann. Frankreich lieferte ihn übrigens erst jetzt an Belgien aus, weil er in seinem Heimatland noch eine Haftstrafe von 8 Jahren absitzen musste, zu der er nach einer Entführung verurteilt worden war.