Rückrufaktion für Hackfleisch: Auch Spagetti-Soße für einen guten Zweck betroffen

Die belgische Discounterkette Colruyt hatte am Samstag eine Rückrufaktion für eine bestimmte Charge Hackfleisch und andere Fleischsorten lanciert. Dieses Fleisch sei möglicherweise mit der Bakterie E.coli STEC belastet. Eine ehrenamtliche Vereinigung aus Muizen bei Mechelen hatte just 420 Liter Spagetti-Soße (Foto) für eine Krebs-Aktion verkauft. Jetzt muss diese Soße entsorgt werden, denn das dazu genutzte Hackfleisch kam aus einer E.coli-Charge von Colruyt. Möglicherweise sind schon einige Portionen gegessen worden.

Die ehrenamtliche Vereinigung vzw. Prinses Harte hatte 420 Liter Spagetti-Soße in einer Großküche in Muizen bei Mechelen (Prov. Antwerpen) gekocht und diese portioniert für einen guten Zweck verkauft, nämlich für die flämische Aktion „Kom op tegen Kanker“ („Steh auf gegen Krebs“). Das Hackfleisch hierzu hatte die Vereinigung in einem Warenhaus der Discounterkette Colruyt erworben und am Freitag wurde gekocht. Am Samstag wurden die Soßenportionen dann verkauft. Rund 250 Menschen kauften eine oder mehrere Portionen dieser Spagetti-Soße.

Am gleichen Tag aber lancierte Colruyt eine Rückrufaktion für eine ganze Reihe Fleischprodukte, die möglicherweise mit der Bakterie  E.coli STEC belastet ist. Dabei handelt es sich um gebackenen Roastbeef, um frisches Rundfleisch und alle möglichen Portionen und Zubereitungen aus Rindergehackten. Und aus eben diesem Rinderhackfleisch hat die Vereinigung aus Muizen ihre Spagetti-Soße für die Krebsaktion gekocht.

Sofort Warnungen verschickt

Nach dem die Rückrufaktion auch den ehrenamtlichen Verein erreicht hatte, wurden die Verpackungen des Hackfleischs kontrolliert und alle verdächtigen Serien- und Produktionsnummern, sowie das Verfallsdatum entsprachen den betroffenen Produkten. Sofort verschickte die vzw Prinses Harte ihren Kunden und Sympathisanten Emails und WhatsApp-Berichte und auch via Facebook wurde dringend dazu aufgerufen, die Soße nicht zu verspeisen. E.coli kann Infektionen verursachen, zum Beispiel Bauchfell- oder Hirnhautentzündungen, die zu schwerem Durchfall führen. Bei kleinen Kindern, schwangeren Frauen oder älteren Menschen kann E.coli auch lebensbedrohend sein. 

Hoffen auf Kooperation von Colruyt

Der Verein will den Betroffenen die Kosten erstatten, verlangt aber von Colruyt Schadensersatz und hofft auf mehr Geld von dem Warenhaus, auch in Sinne des guten Zwecks. Die vzw. Prinses Harte schenkt Kindern, die an Krebs erkrankt sind und länger im Krankenhaus bleiben müssen, sogenannte „Prinzessinnen- und Ritterpakete“ mit Spielzeug.

Und der Verein hat ein Radteam, dass an den 1.000 Kilometern für „Kom op tegen Kanker“ teilnimmt, ein Spendenrennen. Viele Vereinsmitglieder haben sich für die Spagetti-Aktion eingesetzt und einige hatten am Freitag einen Tag Urlaub genommen, um die Soße zu kochen, zu portionieren und zu verkaufen. So etwas wolle man doch bei einem solchen guten Zweck nicht erleben, so der Verein, der auf Kooperation von Seiten der Warenhauskette Colruyt hofft. 

Nicolas Maeterlinck

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