Foto: Andreas Kockartz

Tag des Kulturerbes im Zeichen des Handwerks und von Pieter Bruegel

An diesem Sonntag fand in Flandern und Brüssel der insgesamt 19. Tag des Kulturerbes statt. Mit rund 950 kostenlosen Aktionen und freien Museumseintritten wurde dem geneigten Publikum ein Einblick ins Handwerk und in alte Traditionen gewährt. Dieser Tag des Kulturerbes stand ganz im Zeichen der Vielfalt und bot auch die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden. 

Auch der diesjährige Tag des Kulturerbes in Flandern und Brüssel hatte einiges zu bieten. Neben Vorführungen von alten Handwerksarbeiten aller Art und Workshops in dieser Hinsicht boten die zahlreichen lokalen Veranstalter aber auch Ausstellungen, Themenwanderungen, Radtouren aus historischen Pfaden oder auch Lesungen.

Eines der Schwerpunktthemen war dieses Jahr das alte Handwerk. Hier bot die kleine Ortschaft Werm im Haspengau etwas ganz besonderes, nämlich einen Besuch des letzten noch in Europa aktiven Unternehmens, das noch Ziegelsteine mit der Hand fertigt. Das Familienunternehmen Wagemans brennt seit 85 Jahren Ziegelsteine in einem historischen Kohleofen.

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Neben Vorführungen und Ausstellungen zu alten Handwerksformen aller Art gab es aber auch ganz besondere Events. In Keerbergen in Flämisch-Brabant zeigte Korbflechterin Lieve Lieckens ihr fachkundiges Arbeiten. Doch Lieckens macht nicht nur Körbe, sondern auch die Geflechte für traditionelle flämische Riesenfiguren.

Und in Roeselare in Westflandern lud die Kaffeerösterei „Ambachtelijk Koffiehuis“ dazu ein, den Unterschied zwischen handwerklich bearbeiteten Kaffeebohnen und Kaffee industrieller Fertigung miteinander zu vergleichen. In Sachen „Kaffeetrinken“ versuchte die Stadt Mechelen an diesem Tag des Kulturerbes der „Kunst des schönen Kaffeetrinkens“ neues Leben einzuhauchen.

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Pieter Bruegel

Natürlich spielte im Zusammenhang mit dem Thema Handwerk auch das Bruegel-Jahr eine wichtige Rolle, denn auf einigen Gemälden des vor 450 Jahren verstorbenen Meisters sind Berufe zu entdecken, z.B. auf der „Bauernhochzeit“, die im Kunsthistorischen Museum in Wien hängt. Im „Muntpunt“ in Brüssel gab es dazu am Sonntagvormittag einen „Bruegel-Brunch“, Zeichenwettbewerbe für Kinder und Konzerte mit Musik aus der Zeit des Malers. Von dort aus startete danach eine Wanderung, in der die Überbleibsel aus dem 16. Jahrhundert in der belgischen Hauptstadt im Fokus stehen.

Im Karrenmuseum in Essen in der Provinz Antwerpen wurden mit historischen Gegenständen Szenen aus den „Kinderspielen“ von Pieter Bruegel (ebenfalls im Besitz des Kunsthistorischen Museums in Wien) nachgestellt. Und im Bäckereimuseum in Veurne in Westflandern (im Hinterland der Küste) fand ein „Bruegel-Markt“ mit Spielzeugen nach historischem Vorbild und mit Leckereien aus dem 16. und 17. Jahrhundert statt. 

Bauernhochzeit

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