Zwei flämische Buchtipps in deutscher Übersetzung: Dreissig Tage (Annelies Verbeke) & Masel tov (J.S. Margot)

Annelies Verbeke (Foto) ist 1976 in Dendermonde, Flandern geboren und studierte Literaturwissenschaften in Gent und Drehbuchschreiben in Brüssel, sie lebt in Gent. Sie publiziert Romane, Kurzgeschichten, Theaterstücke und Drehbücher. Ihr neuester Roman erschien in deutscher Übersetzung im März beim östereichischen Residenz Verlag. 

„Dreißig Tage“ Heiterkeit, Liebe und Musik. Doch am letzten Tag ist alles anders

Der Gegensatz könnte größer nicht sein zwischen dem offenherzigen, senegalesischen Musiker Alphonse und dem verregneten, flämischen Flachland mit seiner zugeknöpften Biederkeit und seinen Weltkriegsgräbern.

Und doch zieht Alphonse mit seiner Brüsseler Freundin Kat genau hierher, um am Dorf ein neues Leben zu beginnen. Er verdingt sich als Heimwerker, und während er stets gut gelaunt Hecken schneidet, Dachböden ausräumt und Wände streicht, erzählen ihm die Nachbarn von Träumen und Affären, Familiengeheimnissen und Alltagssorgen. Alphonse arbeitet, hört zu und wird bald unentbehrlich. Und während wir Leser uns in Alphonses Charme und Menschenfreundlichkeit verlieben, braut sich bei den Einheimischen eine unvermutete Feindseligkeit zusammen…

Annelies Verbeke ist 1976 in Dendermonde, Flandern geboren und studierte Literaturwissenschaften in Gent und Drehbuchschreiben in Brüssel, sie lebt in Gent. Sie publiziert Romane, Kurzgeschichten, Theaterstücke und Drehbücher. Mit ihrem ersten Roman „Schlaf!“ gelang ihr 2003 der Durchbruch. Für ihren hochgelobten dritten Roman C erhielt sie den Ferdinand-Bordewijk-Preis 2015 und den Opzij Literaturpreis 2016.

„Dreißig Tage“ von Annelies Verbeke, aus dem Niederländischen übersetzt von Andreas Gressmann (344 Seiten,  ISBN: 9783701716975, Residenz Verlag GmbH, Erscheinungsdatum: März 2019)

„Masel tov“: Leben mit einer jüdisch-orthodoxen Familie in Antwerpen

Sechs Jahre lang begleitet Margot Vanderstraeten die Kinder der jüdisch-orthodoxen Familie Schneider: Sie gibt Nachhilfestunden, Radfahrunterricht und tröstet in Krisensituationen. Besonders durch den engen Kontakt zu Tochter Elzira und Sohn Jakov bekommt Vanderstraeten so immer tiefere Einblicke in eine verschlossene Welt, deren strenge Gebote und jahrhundertealte Traditionen die Studentin faszinieren und befremden. Auch als die Kinder das Elternhaus verlassen, bleibt Vanderstraeten der Familie tief verbunden.

In diesem Buch erzählt sie die Geschichte dieser besonderen und manchmal auch schwierigen Verbindung – und liefert so ein Plädoyer für Offenheit und Toleranz, das in Zeiten von zunehmendem Antisemitismus und Fremdenhass wichtiger ist denn je.

J.S. Margot ist das Pseudonym der flämischen Autorin Margot Vanderstraeten (geboren 1967). Sie studierte in den 1990er Jahren Französisch und Spanisch in Antwerpen und ist seitdem als Journalistin und Buchautorin tätig. Vanderstraeten hat bereits zahlreiche erfolgreiche Romane veröffentlicht. „Masel tov“ ist in Belgien und den Niederlanden ein großer Bestseller.

(Aus dem Niederländischen übersetzt von Christiane Burkhardt,   Originaltitel: Mazzel tov,  352 Seiten, Klappenbroschur,  ISBN: 978-3-492-06151-3, Piper Verlag, Erscheinungsdatum: Mai 2019)