Alte Munition: Senfgas leckt vor der Küste von Knokke-Heist

In der Nordsee vor der Küste von Knokke-Heist liegt massenhaft Munition aus dem Ersten Weltkrieg, die dort mangels an Lagermöglichkeit seinerzeit dort versenkt wurde. Speziell an der „Paardenmarkt“ genannten Sandbank leckt jetzt Senfgas aus Giftgasgranaten, wie Messungen ergaben, die Wasserproben entnommen wurden. Kürzlich wurde auch dort festgestellt, dass TNT aus alter Munition dort entweicht.

Nur rund 1 km vor der Küste in Knokke-Heist befindet sich in unmittelbarer Nähe der Sandbank „Paardenmarkt“ liegen schätzungsweise 35.000 Munition aus dem Ersten Weltkrieg, die dort nach dem Krieg versenkt wurden. Auch später, nach dem Zweiten Weltkrieg, wurde dort offenbar Munition versenkt. Jedes Jahr werden dort Wasserproben entnommen, um zu schauen, ob dort giftige Stoffe aus den historischen Kampfmitteln freikommen.

Vor kurzen wurden bestimmte Konzentrationen des Sprengstoffs TNT dort gemessen, die aus alten Bomben und Granaten stammen, doch jetzt wurde auch Senfgas festgestellt, das sogenannte „Yperiet“, ein Giftgas, dass auf den Schlachtfeldern von Westflandern im Ersten Weltkrieg zum ersten Mal in der Kriegsgeschichte zum Einsatz kam.

Westflanderns Provinzgouverneut Carl Decaluwé ist alarmiert. Er fordert schnellstens eine wissenschaftliche Untersuchung des Unterwasser-Munitionslagers im Hinblick auf eine Bergung dieser Kampfmittel: „Es ist jetzt an der Zeit zu schauen, was da liegt. Wir sollten nicht mehr warten, bis noch mehr Gift ins Meerwasser gelangt.“

Decaluwé schlägt ein Pilotprojekt vor, über das ein Teil der Munition gehoben werden könnte, um sehen zu können, wie das vor sich gehen könnte und was das kostet. Bisher ist eine Untersuchung der Folgen von geleckten Giftstoffen aus dieser alten Munition im Wesentlichen unterblieben. Keiner weiß z.B. was passiert, wenn unterschiedliche Stoffe wie Senfgas und TNT im Wasser in der Nordsee aufeinandertreffen…

Die Lage der Sandbank "Paardenmarkt" vor Knokke-Heist