100 belgische Militärs klagen über Beschwerden nach Einsatz in Afghanistan

Nachdem belgische Soldaten bei ihrem Einsatz auf Kandahar Airfield giftige Dämpfe eingeatmet haben sollen, haben sich bislang fast 100 Soldaten bei einer Anlaufstelle der Militärgewerkschaft ACMP gemeldet. Der VRT-Nachrichtenredaktion gegenüber hat die ACMP bestätigt, dass sie vom Verteidigungsminister Klarheit und eine unabhängige Untersuchung fordert.

Von 2008 bis 2012 waren fast 2000 belgische Soldaten in Kandahar, südlich von Kabul, stationiert. Zu diesem Stützpunkt gehörte auch ein sogenannter „Burn-Pit“, ein Verbrennungsschacht, dessen schwarze Rauchwolken über dem Camp hingen.

In den USA und in den Niederlanden haben Soldaten die Gesundheitsprobleme infolge der giftigen Rauchwolken bereits zur Sprache gebracht. In Belgien hat die Militärgewerkschaft ACMP eine Anlaufstelle eingerichtet, die mittlerweile ca. 100 individuelle Klagen erhalten hat.

„Ehemalige Afghanistan-Soldaten beklagen sich über Atembeschwerden, Probleme mit der Verdauung, chronische Darmbeschwerden, Hautausschläge, Asthma. Andere waren bereits während der Afghanistan-Mission erkrankt und befürchten, dass die Beschwerden mittelfristig wieder auftauchen werden“, sagt Yves Huwart von ACMP. Die Gewerkschaft fordert eine unabhängige Untersuchung, um angemessene Maßnahmen zu treffen: „Für manche ist es vielleicht schon zu spät, aber für andere kann die richtige medizinische Betreuung vielleicht vorbeugend wirken.“

Das Verteidigungsministerium gab bekannt, dass es die Klagen sehr ernst nimmt und die Situation gründlich analysiert.

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