Ketone als Supersprit für den Körper: Hochleistungssportler erzielen bessere Ergebnisse

Ein Forschungsteam der KU Leuven hat herausgefunden, dass Testpersonen im Durchschnitt eine Leistungssteigerung von 15 % erzielten, nachdem sie Ketone zu sich genommen hatten. Die Forschungsergebnisse sind auch für die Behandlung bestimmter Krankheiten ermutigend.

Das Team unter Leitung des Bewegungsphysiologen Peter Hespel hatte die Testpersonen – 18 Sportstudenten, von denen eine Gruppe ein Ketonenpräparat und eine andere Gruppe ein Scheinpräparat erhielt – drei Wochen lang eine Mini-Tour-de-France fahren lassen. Statt die Wirkung von Ketonen auf die eigentliche sportliche Anstrengung zu messen, untersuchten die Forscher ihre Wirkung auf die Erholungsphase. Gerade in dieser Nebenphase haben die Ketone ihre größten Einfluss gezeigt.

„Man sollte nicht übersehen“, so Professor Hespel, „dass derjenige, der sich nach einer Anstrengung besser erholt, auch besser trainieren kann, länger frisch bleibt und langfristig einen enormen Vorteil aufbaut“. Die Ergebnisse der Untersuchung an der KU Leuven wurden im  The Journal of Physiology veröffentlicht.

Was sind Ketone?

Was sind Ketone?

Ketone werden vom menschlichen Körper auf natürliche Weise in der Leber produziert, wenn der Vorrat an Kohlehydraten aufgebraucht ist und der Mensch seine Fettreserven verbrennt. Der Körper befindet sich sozusagen in einem Alarmzustand – Hunger oder extreme Anstrengung – und beginnt, Ketonkörper gegen den Energiemangel zu produzieren.
Ketonen werden sehr schnell von der Skelettmuskulatur und von den Gehirnzellen verwertet. 

Ohne extreme Fastenkuren einplanen zu müssen, kann man Ketonester inzwischen auch als Getränk in kleinen 25-cl-Flaschen kaufen. So werden dem Körper jene Ketone zugeführt, die er nach einer Woche Fasten selbst produziert hätte.

18 Testpersonen fahren Mini-Tour-de-France

Professor Hespel und sein Team verwendeten für den Test Ketonen von HVMN, ein Ketonenprodukt der britischen Professorin und Biochemikerin Kieran Clarke. Die Testpersonen  nahmen die Ketonester nach den Rennen und vor dem Schlafengehen, um sich optimal erholen zu können. Eine Vergleichsgruppe erhielt ein Scheinpräparat. 

“Mit unseren gut trainierten Sportstudenten haben wir eine Frankreich-Rundfahrt simuliert und drei Wochen lang an sechs Tagen pro Woche trainiert: morgens intensiv und nachmittags ausdauernd jeweils anderthalb bis drei Stunden”, erklärt der  Bewegungsphysiologe.

„Nach drei Wochen waren die Testteilnehmer ausgelaugt, vergleichbar mit der Erschöpfung von Radrennern auf der letzten Etappe der Frankreich-Rundfahrt über die Champs Elysées. Wir konnten dieselben Symptome feststellen, mit dem Unterschied, dass die Testpersonen, die Ketone eingenommen hatten, weniger Symptome zeigten und viel besser weiter essen konnten. Mit dem Ergebnis, dass sie bessere Leistungen erbrachten und ihr Körper sich viel schneller erholen konnte.“

Ketonpräparate sind transparent, ölig und sollen nicht besonders gut schmecken.

Spektakuläre Zahlen

Die Ketonenforscher an der KU Leuven registrierten während der dreiwöchigen Testperiode verschiedene Aspekte der körperlichen Anstrengung, u. a. die produzierte Wattmenge, dauerhaft aufgebaute Trainingseinheiten, Leistungen während der letzten 30 Minuten einer zwei Stunden und bis zur Erschöpfung dauernden Anstrengung usw.

In der letzten Testwoche stellte sich heraus, dass die Ketonengruppe 15 % mehr Trainingseinheiten absolvieren konnte und beim schlussendlichen Zeitfahren deutlich besser abschnitt als die Gruppe ohne Ketone.

Professor Hespel räumte ein, dass die Testgruppe von 18 Personen relativ klein war, um von den Ergebnissen auf die Gesamtbevölkerung schlussfolgern zu können. Gleichzeitig aber wies Hespel auch auf die Rückschlüsse von Spitzenathleten, mit denen er zusammenarbeitet. „Man darf keine Untersuchungsergebnisse, an denen 8, 10 oder 12 Personen teilgenommen haben, auf die Gesamtbevölkerung hochrechnen. Die Ergebnisse sind in diesem Rahmen aber überzeugend und die Reaktionen aus dem Spitzensport gehen in dieselbe Richtung.“

Als Bewegungsphysiologe begleitet Peter Hespel seit Jahren verschiedene Sportler. In seiner Karriere hat er noch nie einen ähnlich großen Einfluss auf die sportlichen Leistungen beobachtet: „Im Vergleich zu den Auswirkungen von Training, Sporternährung oder zugelassenen Nahrungsergänzungsmitteln haben Ketone eine unvergleichliche Wirkung.“

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