VRT-Debatte am Sonntag: Wer wird Flanderns neue(r) Ministerpräsident(in)?

In der VRT-Politiktalkshow „De zevende dag“ haben Hilde Crevits von den flämischen Christdemokraten (CD&V) und Bart De Wever von den flämischen Regionalisten (N-VA) diskutiert. Beide wollen die oder der nächste flämische Ministerpräsident/-in werden.

Hilde Crevits will die erste flämische Ministerpräsidentin Flanderns werden. Doch wird sie das schaffen? Die Diskussion an diesem Sonntag zwischen Hilde Crevits und Bart De Wever, der auch das Amt des Ministerpräsidenten im Auge hat, verlief jedenfalls sehr freundlich. Es herrschte große Einigkeit, so der Politologe Carl Devos von der Universität Gent nach der Debatte. Unterschiede hätten sich vor allem bei den Themen „freie Schulwahl“ und der „Rolle von Ehepaaren“ gezeigt.

Nur die N-VA und die CD&V haben einen Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten in Flandern genannt. Beide Kandidaten sind aus verschiedenen Wahlkreisen, deshalb ging es vor allem um Antwerpen (Wahlkreis von De Wever) und Westflandern (Wahlkreis von Crevits).

Nach den Wahlen wird der Vorsitzende der größten Fraktion die Koalitionsverhandlungen in die Hand nehmen und das werde wohl Bart De Wever sein, so Devos weiter. Die CD&V müsse versuchen, die zweitgrößte Partei von Flandern zu sein, rät er der CD&V. „Crevits war immer Fachministerin, muss nun aber mit allen möglichen Themen in die Arena treten. Das ist ihr bislang gut gelungen“, weiß der Politologe Carl Devos auch noch.

Warum so freundlich?

„Herr De Wever ist kein Schmusetier und ich fühlte mich ein wenig umgarnt", sagte Hilde Crevits auf die freundlichen Worte von Bart De Wever zur ihrer Kandidatur für das Amt des flämischen Ministerpräsidenten. „Wir waren immer in der Mehrheit zusammen und haben zusammengearbeitet", betonte De Wever. "Ich hatte noch nie einen Konflikt mit Hilde Crevits, weder politisch noch menschlich."

Trotzdem scheint De Wever die Kandidatur von Crevits nicht wirklich ernst zu nehmen. Er weiß, dass in Flandern die größte Partei den Ministerpräsidenten stellt und das ist nach wie vor die N-VA.

Die CD&V kann den Premierminister nur stellen, wenn Rot und Grün in der flämischen Regierung sitzen und dann sage ich, nicht mit uns", so der Vorsitzende der N-VA, De Wever.

In Wallonien und Brüssel könnten die französischsprachigen Sozialdemokraten PS und die Grünen Ecolo sehr wohl zum Zug kommen. De Wever befürchtet, dass dies auch Folgen für Flandern hätte. Er sagt deshalb laut und deutlich, dass er niemals einer flämischen Regierung beitreten würde, zu der auch die flämischen Sozialdemokraten SP.A. und die Grünen Groen gehörten.

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