Multikulturelle Gesellschaft wird von den Flamen "nicht abgelehnt"

Unsere Gesundheit, die soziale Sicherheit, unsere persönlichen Finanzen, das Klima und die unkontrollierte Migration, das sind die Themen, die die flämische Bevölkerung am meisten beunruhigen.  Unheilbar krank zu werden, ist unsere größte Angst. Politisch machen den Flamen die Zukunft der Sozialversicherung und die Finanzierbarkeit der Renten die größten Sorgen. Die meisten Flamen akzeptieren aber bedingt die multikulturelle Gesellschaft.

Dies sind die Ergebnisse einer Meinungsumfrage der öffentlich-rechtlichen flämischen Rundfunkanstalt VRT, die im vergangenen Frühjahr bei 3.200 Flamen über 18 Jahren durchgeführt wurde. 

VRT NWS fragte auch nach der Position zum Thema  gesellschaftliche Vielfalt.  Das Ergebnis: Eine Mehrheit der Flamen lehnt die multikulturelle Gesellschaft nicht ab.  Viele Menschen glauben aber , dass Neuankömmlinge "unsere Werte" unterschreiben sollten, obwohl das, was genau diese Werte sind, nicht Gegenstand dieser vorliegenden Befragung war.

Neuankömmlinge in Flandern müssen jedoch sehr hohe Anforderungen erfüllen: Es reicht demnach nicht, fließend Niederländisch zu sprechen!  Viele Flamen fühlen sich zum Beispiel noch immer unwohl, wenn sie in einer Behörde einer Schalterbeamtin mit einem Kopftuch begegnen.

Was sind die größten Sorgen und Ängste der Flamen?

Unheilbar krank zu werden, bereitet den Flamen die größte Angst, gefolgt von Sozialversicherungs- und Rentenproblemen.

Zwei Drittel der Flamen gaben an, dass sie sich Sorgen um das Klima machen, während andere Hauptanliegen darin bestehen, "kein Geld sparen zu können" und  das es der "nächsten Generation, schlechter gehen wird als uns“.

Neben der Sorge um unser körperliches Wohlbefinden beschäftigen auch die Sorgen um die psychische Gesundheit die Flamen.  56% sind besorgt, einen Burnout erleiden zu können.  Sehr viele befürchten auch den negativen Einfluss der sozialen Medien auf ihr Leben. 

Was erwarten die Flamen von der Politik?

Als politische Prioritäten sieht eine Mehrheit der Flamen folgendes: eine gute Rente für alle und das schon mit 65 Jahren und nicht erst mit 67, wie von der letzten belgischen Regierung beschlossen wurde, eine gute Gesundheitsversorgung für alle, effiziente Verbrechensbekämpfung, mehr  Gerechtigkeit und Wohlfahrt.  Eine gute Rente ist die absolute Priorität für alle, gefolgt von einer bezahlbaren Gesundheitsversorgung und einer angemessenen Kaufkraft.  Obwohl Kriminalität nicht ganz oben auf der Liste steht, sind die Flamen der Meinung, dass die Justiz reformiert und verbessert werden muss.

Die Flamen sind in zwei Gruppen eingeteilt, wenn es um das Klima, die flämische Autonomie und die Einwanderung geht.  Eine große Gruppe ist der Ansicht, dass diese Themen mehr Aufmerksamkeit verdienen, während eine ähnlich große Gruppe der Ansicht ist, dass sie zu viel Aufmerksamkeit erhalten.