Gefängnispersonal: 48 Stunden lang im Streik

Über die Hälfte des belgischen Gefängnispersonals nimmt an dem Montagabend begonnenen 48-stündigen Arbeitsstreik teil. Unterstützt von allen Gewerkschaften protestieren sie gegen die weitere Reduzierung der Personal- und Verwaltungsmittel für die Haftanstalten. 

Unter diesen Umständen kann die Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden. Neben der mangelnden Sicherheit machen auch der hohe Arbeitsdruck und die Veraltung vieler Haftanstalten und der Infrastruktur dem Wachpersonal schwer zu schaffen.

Die Gewerkschaften werfen den Behörden vor, die in den letzten Jahren vereinbarten Maßnahmen nicht umgesetzt zu haben.

„Das Personal wird Tag für Tag mit den Problemen der Überbevölkerung, der veralteten Infrastruktur und Ausrüstung, mit Personalmangel und hoher Abwesenheit konfrontiert“, so der Vorsitzende der christlichen Gewerkschaft.

Am Dienstagmorgen waren vor der Vollzugsanstalt von Lantin in Lüttich mehrere Dutzend streikende Gefängniswärter zusammengekommen. Nur 15 Beamte waren bereit gewesen, am Dienstag die Arbeit aufzunehmen. Am Mittwoch soll eine Kundgebung vor der Vollzugsanstalt von Mons stattfinden.

In den zwölf Gefängnissen im flämischen Landesteil war mehr als die Hälfte der Mitarbeiter nicht zur Arbeit erschienen. Besonders ausgeprägt ist der Protest des Gefängnispersonals in Oudenaarde, Dendermonde, Leuven, Hassel und Sint-Gillis. In Dendermonde (Foto unten) waren nur 12,5 % der Wärter auf ihrem Posten.