Foto: VRT

Grenzgänger-Problematik: Limburgs Unis eröffnen gemeinsames Wissenszentrum

Nirgendwo im belgischen Bundesland Flandern pendeln mehr Grenzgänger oder Grenzarbeiter ins Nachbarland Niederlande, als in der Provinz Limburg. Fast 18.000 Arbeitnehmer aus Limburg pendeln tagtäglich ins Nachbarland, um dort ihrer Beschäftigung nachzugehen. Die Universitäten von Hasselt (Flämisch-Limburg) und von Maastricht (Provinz Süd-Limburg in den Niederlanden) eröffnen jetzt in Hasselt ein gemeinsames Fach- und Wissenszentrum zum Thema Grenzarbeit.

Dieses flämisch-niederländische Wissenszentrum soll z.B. die Probleme aufzeigen, mit denen Berufspendler, die in ihrem jeweiligen Nachbarland arbeiten, zu kämpfen haben. Betroffen sind viele davon: 32.000 Belgier arbeiten in den Niederlanden und 12.000 Niederländer haben in unserem Land ihren Arbeitsplatz.

Besonders intensiv ist der Austausch von Arbeitskräften zwischen der flämischen Provinz Limburg und den beiden niederländischen Provinzen Süd- und Nord-Limburg. Fast 18.000 flämische Limburger verdienen ihren Lebensunterhalt im „anderen Limburg“ und rund 2.150 niederländische Limburger zieht es dazu auf die hiesige Seite der Maas.

Vor- und Nachteile

Arbeiten im Aus- bzw. im Nachbarland kann durch aus lukrativ sein, doch finanz- und steuertechnisch sind die Gesetzgebungen mitunter recht unterschiedlich. Belgien und die Niederlande arbeiten z.B. mit unterschiedlichen Steuergesetzen. Auch die Regelungen in Sachen Renten und soziale Sicherheit sind in beiden Ländern anders gestaltet.

Das kann von Vorteil sein, birgt aber auch Nachteile, wie Professorin Elly Van de Velde von der Universität Hasselt (UHasselt) dazu gegenüber dem VRT-Regionalsender Radio 2 Limburg sagte: „Ein konkretes Beispiel ist z.B., wenn man hier in Belgien ein Haus baut, aber in den Niederlanden arbeitet. Normalerweise kann man einen Kredit für ein Haus steuerlich geltend machen. Wenn man aber seine Steuern in den Niederlanden zahlt, dann ist das nicht so ganz einfach. Dazu gab es bereits mehrere Urteile beim EU-Justizhof.“ Allerdings bietet auch die Europäische Union in dieser Hinsicht noch immer keine eindeutige Richtlinie.

Probleme aufzeigen

Nicht nur aus diesem Grunde ist es wichtig, das Grenzgänger-Problem aufzuzeigen und darzulegen. Das wird Aufgabe des Wissenszentrums der Universitäten von Hasselt und Maastricht, dass am Donnerstag in Hasselt (die Hauptstadt der Provinz Flämisch-Limburg) eröffnet wird. Dieses Zentrum setzt sich zum Ziel, die betroffenen Grenzgänger auf beiden Seiten der Maas besser zu informieren.

Nicht zuletzt soll die Einrichtung den jeweiligen Regierungen Empfehlungen geben, mit denen in solchen Fragen Gesetze besser aufeinander abgestimmt werden könn(t)en. Bei der Eröffnung werden Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände aus den Niederlanden und aus Belgien anwesend sein und auch die Gouverneure der Provinzen Limburg sowie die Rektoren und viele Professoren, Wissenschaftler und Studierende. 

Pendlerzug nach Hasselt im Bahnhof von Maastricht/Foto: Andreas Kockartz

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