Flandern investiert 1 Mia. € in eine neue Seeschleuse für Zeebrügge

Die flämische Landesregierung hat einen definitiven Beschluss zur Lage der neuen Seeschleuse für den Hafen von Zeebrügge gefasst. Dieser Hafen braucht dringend einen modernere und vor allem größere Zufahrt von der Nordsee in das Hafengebiet. Containerschiffe und Autofrachter werden stets größer und an den beiden aktuellen Schleusen nagt zudem der Zahn der Zeit.

Die aktuell wichtigste Einfahrt in den Hafen von Zeebrügge läuft über die Pierre Vandamme-Schleuse aus dem Jahr 1984. Doch diese Schleuse erweist sich immer öfter als zu klein für die heutigen Bedürfnisse. Vor allem die Autofrachter werden größer und größer und dieser Sektor ist eines der Spezialgebiete im Hafen von Zeebrügge.

Die zweite Schleuse zwischen Nordsee und Hafen ist die fast schon historische Visart-Schleuse, Baujahr 1907. Diese ist wesentlich zu klein und schon vor Jahren war geplant, dort eine neue und wesentlich größere Schleuse zu errichten. Doch dagegen regte sich vor rund anderthalb Jahren Widerstand von Seiten der Bevölkerung bzw. der Anwohner.

Nicht weniger als 750 Beschwerden wurden eingereicht, als die Pläne bekannt wurden. Dabei wurde in erster Linie gegen eine höhere Belastung wegen des zu erwartenden Verkehrsaufkommens (Straßenfahrzeuge und Schiffe) geklagt und gegen 35 notwendige Enteignungen von privaten Grundstücken.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto der Visart-Schleuse weiter)

Jetzt aber hat sich die flämische Landesregierung dazu entschlossen, doch dort neu zu bauen. In den vorliegenden Plänen, die jetzt definitiv beschlossen wurden, wurde mit den Beschwerden von damals Rechnung getragen. Flandern bringt rund 1 Mia. € für den Bau der neuen Schleuse auf. Flanderns Landesverkehrsminister Ben Weyts (N-VA) nahm am Freitag zu den Plänen Stellung.

Gegenüber VRT NWS gab er zu verstehen: „Wir lassen den betroffenen Anwohnern und Unternehmen, die beim Bau der neuen Schleuse enteignet werden müssen, viel Aufmerksamkeit zukommen, doch wir haben auch ein Auge auf die anderen Anwohner in der weiteren Umgebung.“

Laut Weyts wird der Gouverneur der Provinz Westflandern, Carl Decaluwé, das Projekt permanent begleiten: „Dies garantiert, dass jeder, der direkt von der praktischen Ausführung der Arbeiten und der Begleiterscheinungen, wie Lärm und Schadstoffausstoß einen Ansprechpartner hat.“