Zum ersten Mal fuhr ein unbemanntes Schiff über die Nordsee von England nach Ostende

Zum ersten Mal ist es gelungen, ein Schiff ohne Besatzung über die Nordsee fahren zu lassen. Das Schiff wurde von einem Kommandoposten in Großbritannien aus gesteuert und kam diese Woche im Hafen von Ostende an. Von dort aus stach es sofort wieder in Richtung britische Inseln in See. Das unbemannte Schiff ist ein Projekt von mehreren belgischen und britischen Einrichtungen und kommerziellen Unternehmen.

Federführend ist das britische Unternehmen Sea-Kit, dass dieses unbemannte Schiff in dieser Woche über die Nordsee in Richtung Ostende steuern ließ. Dabei musste das etwa 12 m lange Gefährt entlang einiger der Offshore-Windparks in der Nordsee gesteuert werden und es musste einige dichtbefahrene Schifffahrtsrouten überqueren.

Ziel dieses Unternehmens ist, die Schifffahrt an sich sicherer zu gestalten. Etwa 85 % aller Unfälle mit Schiffen auf hoher See oder auf den Binnenwasserstraßen sind auf menschliche Fehler zurückzuführen, hieß es dazu.

Unterstützer dieses Projektes sind die britischen Schifffahrtsbehörden, das belgische Verkehrsministerium, das flämische Landesamt für maritime Dienstleistungen und Küste sowie der Hafen von Ostende. Zu den privaten Förderern gehört neben dem britischen Unternehmen Sea-Kit auch der belgische Logistik-Unternehmer Antoon Van Coillie und dessen Firma Blue Line Logistics.

Van Coillie zeigte sich begeistert von dem Projekt und will seine Schiffe mittelfristig ebenfalls unbemannt auf ihre Reise schicken: „Innerhalb von zwei Jahren wollen wir für die Binnenschifffahrt selbst unbemannte Schiffe nutzen. Für die Küstenschiffe wird eine Zulassung aber noch einige Zeit auf sich warten lassen, denn eine Reglementierung steht noch nicht auf sicheren Beinen.“