Die Autobahn E40 in Brüssel ist aus Richtung Löwen jetzt ein "Stadtboulevard"

Seit diesem Wochenende ist die Autobahn E40 Löwen-Brüssel auf dem Gebiet der Region Brüssel-Hauptstadt zu einem „Stadtboulevard“ geworden. Die Zahl der Fahrspuren ist von sechs auf vier reduziert worden und es gilt ab sofort die Höchstgeschwindigkeit 50 km/h, also die Richtgeschwindigkeit in Stadtgebieten.

Brüssels regionaler Mobilitätsminister Pascal Smet (SP.A) hatte diese Maßnahme schon im Februar angekündigt (siehe nebenstehenden Beitrag) und sagte dazu seinerzeit: „Diese Maßnahme wird nicht nur die Lebensqualität, sondern auch die Luftqualität verbessern. Die Autobahnen sind die Narben Brüssels.“

Ben Weyts (N-VA), dessen flämischer Amtskollegen, reagierte wütend auf diesen Schritt: „Was für eine Art der Zusammenarbeit ist das denn?“

Und auch der Mobilitätsverband Touring beobachtet diese Maßnahme mit gemischten Gefühlen. Dort wurde vor Leichtfertigkeit mit solchen Vorhaben gewarnt. Bei Touring hieß es zudem, dass hier wohl die Wahlkampftrommel gerührt werde, in dem man noch rasch einige Dinge durchdrücken wolle: „Wenn es hier zu Problemen kommt, dann tragen wir die Folgen davon nicht.“ 

Neben der E40 wird auch die A12 auf dem Gebiet der Region Brüssel-Hauptstadt zum „Stadtboulevard“ - allerdings noch nicht jetzt. Dort wird erst ein P+R-Parkplatz eingerichtet und zusätzliche Umsteigemöglichkeiten auf die Tram müssen noch angelegt werden.

Pascal Smet will damit das Stauproblem in Brüssel, das seiner Ansicht nach von außen gemacht wird, in den Griff bekommen: „In dem wir die Staus aus unseren Stadtgrenzen herausholen, folgen wir dem Beispiel zahlreicher anderer Städte in Europa.“