Die Gesundheit ist auch davon abhängig, ob Menschen arm oder wohlhabend sind

Eine Analyse des Dachverbandes der sieben belgischen Krankenkassen (IMA) bestätigt, was schon in mehreren auch internationalen Studien bereits öfter angedeutet wurde. Die körperliche und die mentale Gesundheit der Menschen ist auch davon abhängig, auf welcher Stufe der „sozialen Leiter“ sie stehen. 

Der Zustand der körperlichen und geistigen Gesundheit ist wohl tatsächlich abhängig davon, auf welcher Stufe der sozialen und gesellschaftlichen Leiter man steht bzw. lebt. Je tiefer man sich dort gesellschaftlich und sozial befindet, je schlechter ist der Gesundheitszustand - zumindest statistisch gesehen. Die insgesamt sieben Krankenkassen in Belgien hatten alle ihre jeweiligen entsprechenden Daten zusammengelegt und statistisch analysiert. Dabei kam heraus, dass das soziale Statut tatsächlich eine Rolle bei der Gesundheit der Menschen spielt.

Verschiedene Indikatoren

Einzelpunkte gibt es gleich mehrere, z.B. der Zugang zur gesundheitlichen Versorgung, doch auch die Lebensumstände insgesamt sind dabei wichtig. Tatsächlich bestätigte die Auswertung der Daten der Krankenkassen zur belgischen Bevölkerung, dass sozial eher schwache Menschen und Familien mehr mit ernsten Krankheiten und chronischen Leiden konfrontiert sind, als Menschen aus eher bessergestellten Haushalten. Sozial in prekären Umständen lebende Zeitgenossen laufen überdies ein deutlich höheres Risiko, in die Invalidität zu geraten, so die Analyse.

Vorsorge

Schon bei der Gesundheitsprävention hapert es bei der Gleichheit der Menschen, sogar wenn diese kostenlos ist. Arme und andere sozial schwache Personen finden deutlich seltener einen Weg zu Gesundheitseinrichtungen, auch wenn sich diese ausdrücklich an diese Menschen richten. Ein auffallendes Beispiel dafür ist laut der gemeinsamen IMA-Studie der schlechtere Zustand der Zähne von Kindern aus sozial schwachen Familien.

Nicht verallgemeinern

Hausärzte hingegen relativieren die Datenanalyse der Krankenkassen zu diesem Thema. Ihrer Ansicht nach haben ärmere Patienten nicht wirklich weniger Hemmungen zum Arzt zu gehen, als vielleicht bessergestellte Menschen. Sie verweisen zudem sehr oft Menschen an soziale Gesundheitseinrichtungen und sie sagen, dass sie bei sozial Schwächeren ebenso häufig Hausbesuche machen, wie bei anderen Patienten.

Bedarfsanalyse?

Beim Krankenkassen-Dachverband heißt es dazu, dass man mit einer solchen Statistik eigentlich nur den Bedarf analysieren könne. Wichtig sei aber in diesem Zusammenhang, mehr gegen die Ungleichheit in Sachen gesundheitliche Versorgung zu unternehmen. Das allerdings, so eine IMA-Sprecherin, koste zum einen mehr Geld und zum anderen sollten alle Lebensumstände in einen Aktionsplan dagegen in Belgien in Betracht gezogen werden: Wohnumstände, Zugang zu Bildung und Ausbildung, Kleinkindbetreuung, der Bedarf am Arbeitsmarkt für Einfacharbeiten usw.

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