Mehrere EU-Kandidaten der flämischen Liberalen auf Wahlkampftour in London

Am Freitag haben sich die wichtigsten Kandidaten der EU-Liste der flämischen Liberalen Open VLD unter Führung von Spitzenkandidat Guy Verhofstadt nach London begeben, um dort den Europawahlkampf der LibDems zu unterstützen. Die britischen Liberalen sind gegen den Brexit und fordern ein zweites Referendum zu diesem Thema. Gleichzeitig gab die Open VLD in der britischen Hauptstadt den Startschuss zum eigenen Europawahlkampf.

Guy Verhofstadt, ehemaliger belgischer Premierminister, Vorsitzender der liberalen Fraktion im EU-Parlament (Alde) und Brexit-Verhandlungsführer des EP, reiste am Freitag in Begleitung einiger Parteifreunde der Open VLD-Europaliste in die britische Hauptstadt, um dort den LibDems beim Straßenwahlkampf Schützenhilfe zu leisten. Gemeinsam mit den britischen Liberalen zogen die flämischen EU-Politiker in Camden von Tür zu Tür.

Mit dieser Aktion in London eröffneten die EU-Kandidaten der Open VLD gleichzeitig ihren eigenen Europawahlkampf, erklärte Guy Verhofstadt bei seiner Ansprache vor Passanten in der britischen Hauptstadt: „In dem wir unsere Kampagne in London lancieren, wollen wir zeigen, dass wir den Brexit nicht wollen. Wir müssen gegen Nationalismus und Populismus kämpfen, denn dies führt uns in Situationen wie diese.“

Wir müssen gegen Nationalismus und Populismus kämpfen, denn dies führt uns in Situationen wie diese.“

Guy Verhofstadt, EU-Spitzenkandidat der Open VLD

Neben Verhofstadt reisten auch Hilde Vautmans, Alicja Gescinska und Lynn Wesenbeek mit nach London. Vautmans und Gescinska stehen auf der EU-Liste der Open VLD auf den Plätzen 2 und 3, während Wesenbeek diese Liste vom letzten Platz aus anschiebt.

Hilde Vautmans erklärte zu der London-Wahlkampftour: „Die Open VLD steht den britischen Liberalen nahe. Wir teilen die gleichen progressiven Werte und wir zeigen, dass wir für die europäische Sache durchs Feuer gehen.“ Die LibDems haben derzeit mit Catherine Bearder nur eine Abgeordnete in Straßburg, doch schon bei den lokalen Wahlen in Teilen Großbritanniens in den vergangenen Tagen holten sie viele Stimmen. 

Die Open VLD steht den britischen Liberalen nahe. Wir teilen die gleichen progressiven Werte und wir zeigen, dass wir für die europäische Sache durchs Feuer gehen.“

Hilde Vautmans, EU-Kandidatin der Open VLD

Prognosen sagen voraus, dass sie bei den Europawahlen in zwei Wochen mehrere EU-Sitze erzielen können. Die LibDems sind ausgesprochene Brexit-Gegner. Stimmen kosten können ihnen allerdings die neue konservative aber EU-freundliche Partei Change UK, die sich auf keine gemeinsame Liste mit den britischen Liberalen oder gar den Grünen einlassen wollen.

Der Europawahlkampf der flämischen Open VLD konzentriert sich derweil auf fünf konkrete Punkte: Eine starke Einwanderungspolitik mit sicheren EU-Außengrenzen, eine bessere europäische Sicherheitspolitik mit einer eigenen Art FBI, eine kräftige wirtschaftliche und soziale Zusammenarbeit in der EU, die Bindung von EU-Zuschüssen an die demokratischen und rechtstaatlichen Basisprinzipien der Europäischen Union und eine schlankere aber tatkräftigere Union.

Lynn Wesenbeek sagte dazu in London, dass man auf einige EU-Kommissare verzichten könne und dass man die bisher verpflichtete Einstimmigkeit bei Abstimmungen abschaffen sollte: „Die Europäische Union ist nicht perfekt, doch wir müssen den Mut haben, sie zu verändern, um sie zu verbessern.