Sozialkonflikt bei Skeyes: Ein Abkommen, dem nicht alle zustimmen

Im Sozialkonflikt bei der staatlichen belgischen Flugsicherung Skeyes soll offenbar eine Einigung zwischen Direktion und Gewerkschaften erzielt worden sein. Dies gab zumindest die Direktion am Freitag bekannt. Doch die größten Gewerkschaften stehen nicht hinter dem Abkommen.

Eine paritätische Kommission aus Skeyes-Direktion, Vertretern von drei Gewerkschaften und herbeigerufene Schlichter hatte sich bei einer Zweidrittel-Mehrheit für das Abkommen entschieden. Die sozialistische Gewerkschaft gab als einzige Arbeitnehmervertretung ihre Zustimmung. In dem Abkommen ist u.a. vorgesehen, die Wochenarbeitszeit von derzeit 35 auf 32 Stunden zu reduzieren. Zudem sollen die Nachtschichten neugeordnet werden. Die Arbeitszeit in den Nachtschichten soll überdies von derzeit 10 auf 8 Stunden gesenkt werden.

Die bei Skeyes sehr stark vertretene christliche Gewerkschaft erklärte, sie stehe nicht hinter der Vereinbarung. Auch die liberale Gewerkschaft stimmte dagegen. Beide Gewerkschaften halten an ihrer Forderung fest, dass der Personalbestand bei der Flugsicherung aufgestockt werden müsse. Die in dem aktuellen Abkommen zur Lösung des Sozialkonflikts vorgesehenen Maßnahmen seien ohne mehr Personal nicht umzusetzen, hieß es dazu.

Seit Monaten schwelt ein Sozialkonflikt bei Skeyes (früher Belgocontrol) mit Streiks, häufigen und massiven Krankmeldungen usw., die den Flugverkehr in Belgien teilweise stark störten. Dabei geht es u. a. um die Organisation der Arbeit, um die Nachtschicht-Regelungen und auch um die Infrastruktur im Skeyes-Kontrollzentrum und in den Kontrolltürmen an den Flughäfen. Die Gewerkschaften riefen ihre Mitglieder unter dem Fluglotsen und den Technikern der Einrichtung dazu auf, trotzdem Ruhe zu bewahren und auf Streiks und andere Aktionen vorläufig zu verzichten. Doch gegenüber VRT NWS gab ein anonym bleibender Betroffener zu verstehen: „Es wird Aktionen geben. Da bin ich mir sicher.“