Nicolas Maeterlinck

Mehr als 15.000 Teilnehmer am Schweigemarsch gegen sexuelle Gewalt in Antwerpen

In Antwerpen findet am Sonntagnachmittag ein Schweigemarsch gegen sexuelle Gewalt statt. Nach ersten Schätzungen beteiligen sich etwa 15.000 Menschen daran. Aufgrund dieser hohen Beteiligung beschloss die Polizei, den Verlauf der Kundgebung zu ändern. Der Schweigemarsch ist eine Reaktion auf den Mord an der 23-jährigen Julie Van Espen letzte Woche. 

Nach dem Mord an der jungen Studentin Julie Van Espen am vergangenen Wochenende in Merksem findet heute in Antwerpen ein Schweigemarsch statt. Die Organisatoren wollen gegen (sexuelle) Gewalt im Allgemeinen und "gegen die gescheiterte Justizpolitik" protestieren. Sie wollen auch ihre Unterstützung für die Opfer von (sexueller) Gewalt zum Ausdruck bringen.

Die Teilnehmer versammelten sich gegen 14.00 Uhr auf dem Königin Astridplatz. Der Schweigemarsch sollte normalerweise durch die Antwerpener Altstadt gehen, also vom Astridplatz über Keyserlei und Meir über Groenplatz, Oude Koornmarkt und Suikerrui bis zum Steenplatz. Aufgrund der hohen Beteiligung entschied sich die Antwerpener Polizei jedoch, die Strecke zu verlegen.  Vom Groenplatz verläuft die Kundgebung jetzt über den Vlasmarkt zum Steenplatz.

Der Slogan "#Enough" kann oft auf T-Shirts und Spantüchern gelesen werden. Mit diesem Slogan riefen mehrere bekannte flämische Persönlichkeiten im Vorfeld des Schweigemarschs zur Teilnahme an der Demo auf. „Das ist etwas viel Größeres geworden, denn jeder kennt eine Julie Van Espen", so einer der Teilnehmer. 

Auch der Vater von Nathalie Geijsbregts nimmt an diesem Schweigemarsch teil . Nathalie verschwand 1991 im Alter von 10 Jahren, als sie auf den Bus wartete. „Was mit uns und den Eltern dieses Mädchens passiert ist, ist unglaublich. Jetzt können wir nur noch unsere Unterstützung zeigen", sagt ihr Vater Eric. "Die Justiz nimmt dies noch immer nicht ernst genug. Aber es ist wichtig, dass der Täter wie in diesem Fall schnell gefunden wurde. Das ist ein Fortschritt. Meine Tochter Nathalie wurde nie gefunden. ""

Organisatoren zufrieden

Am Ende des Schweigemarschs hielten die drei Organisatorinnen eine kurze Rede. Sie zeigten sich mit der hohen Zahl der Teilnehmer sehr zufrieden. "Das beweist, dass eine klare Botschaft auch im Stillen vermittelt werden kann", sagte Organisatorin Charlotte Ruytjens.

Sie haben auch eine klare Botschaft an die politischen Entscheidungsträger: "Wir hoffen, dass Menschen, Ressourcen und Zeit genutzt werden, um den Kampf gegen sexuelle Gewalt zu einer Priorität zu machen, ohne jemanden zu stigmatisieren. Wir müssen uns auf die Prävention, einen Mentalitätswechsel, aber auch auf die Unterstützung und Betreuung von Tätern und Opfern konzentrieren", erklärte Eline Van Hooydonck. Nach den Reden folgte eine Schweigeminute für Mordopfer Julie Van Espen.