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Wer ist Sylvia Huang, die belgische Finalistin im Königin-Elisabeth-Wettbewerb für Geige?

Sylvia Huang war die einzige belgische Geigerin, die in die erste Runde des Queen-Elisabeth-Wettbewerbs aufgenommen wurde, und seitdem hat sie ihre Leistung weiter verbessert. Seit Samstagabend steht fest, dass sie als eine der zwölf besten Kandidaten im Finale steht. Ein Porträt.

Nur Lob für die musikalischen Leistungen von Geigerin Sylvia Huang in der ersten Runde und im Halbfinale des diesjährigen Königen-Elisabeth-Wettbewerbs. Ihr Geigenspiel wird von Experten als „Pur, elegant, kommunikativ" umschrieben.

Eine Violisten-Familie

Sylvia Huang ist 25 Jahre alt und stammt aus dem Dorf Montigny-le-Tilleul bei Charleroi.  Ihr Vater mit chinesischen Wurzeln ist auch Geiger ihre belgische Mutter spielt Cello, ebenso wie ihre Schwester. Kein Wunder, dass die kleine Sylvia schon im Alter von drei Jahren eine Miniaturgeige in die Finger bekam.

Der Schein trügt: Sie sieht sehr jung aus, aber sie hat bereits eine Menge musikalisches Gepäck. Im Gegensatz zu vielen anderen Kandidaten hat Sylvia Huang aber keine Erfahrung mit großen Violinwettbewerben. Sie ist hauptsächlich als Orchestergeigerin tätig.

Schon im Alter von 18 Jahren wurde Sylvia Huang nach einem Vorspielen in das belgische Nationalorchester aufgenommen.  Im September 2012 wurde sie zweite Geigerin des Orchesters, anderthalb Jahre später wurde sie zur Co-Solistin befördert. Dirk Brossé hat sie mehrmals dirigiert, erzählt er VRT NWS: „Damals wusste und hörte jeder, dass sie ein besonderes Talent ist, für mich ist sie bereits eine Gewinnerin.“

Seit August 2014 ist Sylvia Huang erste Geigerin im Königlichen Concertgebouw-Orchester Amsterdam. Sylvia spielt eine Geige von Carlo Ferdinando Landolfi aus der Zeit um 1750, der das Concertgebouw-Orchester kaufte und ihr zur Verfügung stellte. Auch der Kammermusik widmet sie sich: Zusammen mit drei Orchesterkollegen bildet sie das GoYa-Streichquartett. 

Von der Begleitung von Wettkampfkandidaten bis zur eigenen Teilnahme

Es ist nicht die erste Erfahrung mit dem König-Elisabeth-Wettbewerb für Sylvia Huang, wenn auch in einer anderen Rolle. Als Mitglied des belgischen Nationalorchesters begleitete sie die Pianisten beim Wettbewerb 2013, der von Boris Giltburg gewonnen wurde. So war sie auf den Geschmack gekommen und beschloss selbst teilzunehmen. Schon als Kind interessierte sie sich für den Wettbewerb.

Übrigens: Sylvia Huang findet stundenlanges Geigenüben am Tag sinnlos. Und noch etwas: Sie schwört auf Yoga, um Körper und Geist im Gleichgewicht zu halten.  

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