"Die Bebauung von unbenutztem Baugrund führt zu noch mehr Überschwemmungen“

Wenn die 80.000 Hektar ungenutzten Baulands in Flandern bebaut werden, führt dies zu noch mehr Überschwemmungen, mehr Dürre und einer Verdoppelung der Hitzetage. Zu diesem Schluss kommt Natuurpunt in ihrem neuen Klimabericht, der in Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen Forschungszentrum VITO erstellt wurde.

Nach den Wahlen muss die neue flämische Regierung daher rasch den bereits angekündigten konkreten Baustopp umsetzen. "Der Betonstopp wurde 2016 beschlossen, aber in der Praxis ist noch nichts passiert", betont Frederik Mollem von Natuurpunt. "Man hat vor allem eine Ankündigungspolitik betrieben, die die Bevölkerung verängstigte und sie dazu brachte, noch mehr zu bauen. Diese Studie zeigt, dass ein Betonstopp nicht nur für die Mobilität und Raumplanung, sondern auch für das Klima wichtig ist".

Die Studie basiert auf drei Szenarien: die heutige Situation mit Bauland, das tatsächlich als freie Fläche genutzt wird; ein Flandern, in dem das ungenutzte Bauland zubetoniert wird und ein Flandern, in dem das Land mit Natur und Wasser versehen wird. Im letztgenannten Szenario wird der Ausstoß von 785.193 Autos neutralisiert und die Anzahl der Hitzetage von vier auf zwei halbiert. Wenn jedoch Flandern weiter zubetoniert wird, wird es 7 heiße Tage geben und der Gewinn für den CO2-Emissionsausgleich geht verloren. Die Kompensation dieses Gewinns durch andere Maßnahmen könnte 27 Millionen Euro pro Jahr kosten.

Auch die Ansammlung von Regenwasser wird in einem zugebauten Flandern noch schwieriger: Heute fangen ungenutzte Baugrundstücke 56.696 Olympia-Schwimmbäder an Regenwasser pro Jahr auf. Im Naturszenario sind es 64.647 Olympia-Schwimmbäder. Wenn die 80.000 Hektar bebaut würden, wären das 0 Schwimmbäder.

Um die Eigentümer dieser Grundstücke zu entschädigen, hält Natuurpunt an den bereits bestehenden Entschädigungsregelungen fest, auf die sich die Eigentümer bei einer Änderung der Nutzung ihres Eigentums berufen können. Die Regelung enthält eine Rückerstattung des Wertes des Baulandes zum Zeitpunkt des Erwerbs zuzüglich des Index. "Wir finden, dass das eine gute Regelung ist", sagt Mollem von Natuurpunt. "Eine der Maßnahmen des Betonstopps sieht vor, dass den Eigentümern auch der spekulative Wert ihres Grundstücks zurückgezahlt wird. Doch das können wir nicht unterstützen.“